Copiapoa - Living on the Edge
Copiapoa solaris Ritter
currently accepted as a good taxon in The New Cactus Lexicon (2006)
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Original Publication

The name is first listed as a Ritter nomen nudum in Hildegard Winter's Katalog 16, 1957 as the only species in the newly proposed genus Pilocopiapoa. and is included as a n.n. in Backeberg 1959, Die Cactaceae 3:1896 and Backeberg 1961, Die Cactaceae - Nachträge 6:3811

Ritter eventually published formal descriptions of the new genus and its only species in 1961:

Pilocopiapoa solaris Ritter 1961, KuaS 12(1):20 , listing two synonyms:

  • Copiapoa ferox Lembcke & Backeberg  nom. nud., 1959 in BACKEBERG "Die Cactaceae“, Bd. 3, S.1922

  • Copiapoa conglomerata Lembcke 1966, K.u.a.S., H. 2, S. 29, non Echinocactus conglomeratus Phil. 1860

Original Description

[20] Ein neues Kakteen-Genus aus Chile Von Friedrich Ritter
Pilocopiapoa solaris
Ritter gen. et spec. nov.

Globosa, dein subcolumnaris, corpore duro, vertice tomentoso, undique prolifera, cumuli usque ad 1 m alti et 2 m transversi, rami 8 ad 12 cm crassi, cinerascenti-virides; costis 8 - 11, 2 - 3,5 cm altis, obtusis rectis non tuberculatis; areolis magnis (1 cm excedentibus), suborbiculatis, tomentosissimis, approximatis; aculeis validis, marginalibus et centralibus, rectis vel curvatis, fulvosis, dein cinerascentibus, radialibus 7 - 10, centralibus 2 - 5; floribus ex vertice, 2,5 - 3 cm longis; ovario paucis squamis angustis et pilis tomentosis copiosis instructo, fere aequaliter partitis, globoso, 0,75 - 1 cm diam., ca 10 squamis, 0,75 - 1 cm longis et 0,5 - 1 mm latis ferenti, in fructu siccis et pungentibus; camara nectarifera 2 - 3 mm longa, 3 - 6 mm lata, semiaperta; longitudine tubi maxime quarta parta floris (Copiapoa longius), tubo infundibuliformi, 4 - 7 mm longo, squamis angustis et pilis tomentosis copiosis instructo; staminibus brevibus (Copiapoa longioribus), 5 - 8 mm longis, alhis vel viridulis; stylo alho vel flavido, 1 - 1,3 cm longo, stigmatibus 4 - 8; petalis flavidis vel rubidis, 1,25 - 1,5 cm longis, 3 - 5 mm latis; fructibus superne per opercula aperientibus, globosis, 1,5 cm diam. inferne tenuioribus, viridibus vel rubris; seminibus nigris, nitidis, subtuberculatis, hilo ventrali (Copiapoa hilo subbasali), 2 mm longis.

Patria: Chile borealis, zona occidentalis. Coll. Fr. Ritter (FR 541).
Typus: Herbar der Universität Utrecht, Niederlande.

Abb. 1 Pilocopiapoa solaris Ritt. gen. et spec. nov. 
(Vorderer Kopf mit Blüte).
Phot. F. Ritter

 K ö r p e r: gerundet, später gestreckt, sehr hart, mit Wollscheitel, stark sprossend und halb-kugelige Haufen mit zahllosen ziemlich gedrängten Köpfen bildend von über 1 m Höhe und bis ca. 2 m Durchmesser, ohne Rüben-wurzel, Einzelköpfe 8-12 cm dick, graugrün, unbereift. Scheitel flach, ganz mit \Volle bedeckt, bestachelt.

R i p p e n:  meist 9 -10, seltener 8 oder 11, gerade, stumpf, ungehöckert, an der Basis verbreitert, 2-3,5 cm hoch.

A r e o l e n:  nahezu rund, ca. 1-1,75 cm Durch­messer, etwas erhaben, mit dichtem langem Filz, der frisch gelblichbräunlich ist und vergraut, bis 0,5 cm voneinander entfernt, an alten Köpfen einander genähert bis zur Berührung.

S t a c h e l n:  neu hell gelbbräunlich, Spitzen [Seite 21]  nur wenig dunkler, vergrauend, derb bis sehr derb, starr, gerade bis gebogen, zuweilen auch krallig, namentlich bei jungen Pflanzen, die Krümmungen vorzugsweise nach unten. Die Oberfläche der Stacheln ist mehr oder weniger deutlich faserig und schilfert oft auf. Ca. 7-10 Randstacheln, seitlich gerichtet bis etwas abstehend, von 1,5-5 cm Länge. Mittelstacheln 2-5 in. unregelmäßiger Stellung, von 2-6 cm Länge.

Abb. 2 Die Pilocopiapoa solaris wächst in sonst völlig kahler Wüste in riesigen Polstern (der große Rucksack dient zum Größenvergleich). 
Phot. F. Ritter  

B l ü t e n : aus dem Scheitel, tags geöffnet, ganze Länge 2,5-3 cm; sie haben den gleichen eigenartigen Duft wie viele Copiapoa­Blüten (den aber auch manche anderen Kakteenblüten haben).

F r u c h t k n o t e n: ganz in der langen Areolenwolle, rundlich, 0,75-1 cm lang und dick, grünlichweiß oder weiß oder rosa, mit ca. 10 langen und sehr schmalen Schuppen von 0,75 bis über 1 cm Länge und nur 0,5 bis 1 mm Breite, auf den ganzen Fruchtknoten gleichmäßig verteilt; die unteren Schuppen grün, die oberen rot, an ihrer Basis grün; später vertrocknen die Schuppen an der Frucht und werden stechend spitz. In den Schuppenachseln sehr dichte, ca. 1,5 cm lange weiße Wolle, deren Beschaffenheit ganz so ist, wie die des Areolenfilzes. Ohne stärkere Haare oder Borsten.

N e k t a r k a m m e r:  2-5 mm lang und 2 bis 3 mm breit, fast die Hälfte der Blütenröhre ausmachend, halboffen, indem sie oben nur durch die unteren Enden der Staubfäden etwas zugedeckt wird.

R ö h r e:  nur ca.1/6 bis 1/4 der Blütenlänge, die Röhrenwandung ist dicker als bei allen Copiapoa, trichterförmig, etwa 4-7 mm lang, außen mit zahlreichen über 1 cm langen aber nur 1-2 mm breiten, lang zugespitzten Schuppen und ebensolcher weißen Wolle wie der Fruchtknoten.

S t a u b f ä d e n:  inseriert auf der ganzen Röhre oberhalb der Nektarkammer (wie bei Copiapoa), gegen den Griffel geneigt, kürzer als 1/3 der Blütenlänge, nur ca. 5-8 mm lang, reichen nur bis zur Basis oder bis zur halben Länge der Kronblätter, weiß bis blaß­grünlich. Beutel creme, sehr verschieden hoch stehend.

G r i f f e l:  weiß oder gelblich, kurz, nur ca. 1 bis 1,3 cm lang einschließlich der 4-8 hell-gelben bis orangefarbenen zusammengeneig­ten Narben, die etwa gleichhoch mit den Staubbeuteln sind.

K r o n b l ä t t e r: karminrosa bis rosagelb bis hellgelb oder gelblichweif3, ca. 1,25-1,5 cm lang und 3-5 mm breit, oben abgerundet, die äußeren, röteren mehr zugespitzt. Sie sind mehr parallel gestellt als ausgebreitet, zudem werden sie durch die starke Bestachelung meist behindert, sich genügend auszubreiten.

F r u c h t:  grün bis rot, 1,5 cm lang, oben am Fruchtnapf 1,5 cm dick, nach unten verjüngt, mit sehr breitem Fruchtnapf, an dessen Rand sich kleine wulstige Vorwölbungen finden, mit fest anhaftendem Blütenrest. Beschup­pung und Bewollung siehe unter Frucht­knoten. Die Wandung der Frucht ist doppelt so dick wie bei Copiapoa, ca. 2-3 mm. Bei der Reife öffnet sich die Frucht oben mit einem 1,5 mm dicken Deckel, der den Boden des Fruchtnapfes bildet und mit der Seiten-wandung der Frucht kreisförmig abschließt. Die ausgereift dicken weißen, nur wenige mm langen Nabeistränge (das Fruchtileisch) sind etwas saftig und locken Ameisen an, die die Samen verbreiten (Öffnung der Frucht, [Seite 21] Fruchtfleisch und Samenverbreitung wie bei Copiapoa).

Abb. 3 A Same von Copiapoa (Umriß), B Same von Pilocopiapoa (Umriß), 
a basaler Pol, b Dorsalseite, c Ventralseite, d Hilum 
Zeichnung F. Ritter  

S a m e n:  ca. 2 mm lang, 1 1/3 mm breit, 2/3 mm dick, schwarz, glänzend, am verjüngten basalen Pole gerundet. Oberfläche mit abgeflachten feinen Höckerchen. Hilum sehr seitlich, 1/3 - 1/2 mm unter dem basalen Ende, in Aufsicht rund, in Seitensicht stark eingebuchtet (siehe Abb. 3), weiß. Zu beiden Seiten des Hilum ist die Oberfläche etwas eingedellt.

T y p u s l o k a l i t ä t: EI Cobre an der nord-chilenischen Küste, östlich der Nebelzone.
V e r b r e i t u n g: Im Hinterlande der nord-chilenischen Küste um den 24. Breitengrad. Die Art meidet die Zone der Küstennebel und wächst höher und weiter landeinwärts, wo fast immer Sonne ist und fast nie Regen fällt. Man muß hier beachten, daß die nord­westchilenischen Kakteen sonst ganz auf die Küstennebel als die fast alleinigen Feuchtigkeitsspender angewiesen sind. Dort, wo weiter landeinwärts alle anderen Kakteen an der Dürre zugrunde gehen und wo alle Jung-pflanzen verschmachten, sofern überhaupt noch ein Keimling aufgeht, weil die Nebel nicht so weit gelangen, dort beginnt das Reich dieser Kaktee, wo sie am üppigsten in riesenhaften Haufen gedeiht (siehe Abb. 2 mit einem großen Rucksack als Gröi
ßenmaß-stab). Man kann wohl annehmen, daß diese Gattung ehedem eine viel weitere Verbreitung gehabt haben wird, aber an der zunehmenden Ausdörrung Nordehiles zugrunde gegangen ist, da sie auf das sonnige Kiüna des Tieflandes angewiesen ist und nicht auf das Nebelklima (und gerade diese sonnigen Gebiete Nordehiles wurden zur völligen Wüste), und daß sich nur dieses kleine Relikt erhielt, welches der Dürre am besten zu trotzen verstand.

S y s t e m: Diese bisher monotypisehe Gattung steht der Co piapoa Br. et R. am nächsten. Die bewollten Blüten mit den schmalen, gleichmäßig verteilten Schuppen zeigen, daß diese Gattung ursprünglicher geblieben ist als Copiapoa und jedenfalls einen Vorläufer dieser Gattung bildet.

Ich stelle hier die Hauptunterscheidungs­merkmale zwischen Co piapoa Br. et R. und Pilocopiapoa Ritt. gen.nov. einander gegenüber (Einklammerungen betreffen Merkmale, in denen die Gattungen nicht durchaus unterschiedlich sind).

 

Copiapoa Br. et R.


Pilocopiapoa Ritt.  

Körper:  ( sehr verschieden, hart bis weich, grasgrün bis fast weiß, hochrippig ungehökkert bis rippenlos warzig, einzeln und wenige cm Durchmesser, flach mit dem Boden bis über 1 m hohe Säulen oder bis zu großen Sproßhaufen, Wurzeln rübig bis rübenlos.) (hart, graugrün, hochrippig, ungehökkert, riesige Sproßhaufen bildend, rübenlose Wurzeln.)  
Rippen:  ( 8 bis 47 bei Normalformen, ohne Cristaten.) (8 bis 11.)  
Bestachelung: ( Stark bis stachellos.)   (sehr stark.)  
Areolen: Weniger als 1cm Ø über 1 cm Ø  
Fruchtknoten:  schuppenlos oder mit wenigen breiten, dreiedcigen Schuppen, nur oder fast nur am Frucht­napfrande. Achseln völlig kahl.   mit wenigen langen, sehr schmalen, fast gleichmäßig verteilten Schuppen, in deren Achseln sehr lange und reichliche Wolle.  
Röhre:  mindestens1/3 der Blütenlänge, Wan­dung dünn, außen kahl mit wenigen breiten Schuppen.   höchstens 1/4 der Blütenlänge. Wandung von doppelter Dicke, außen mit vielen schmalen Schüppen, Achseln langwollig.  
Staubfäden: mindestens 1/3 der Blüterilänge.   weniger als 1/3 der Blütenlänge.  
Frucht: Bedeckung wie Fruchtknoten, Schuppen bleiben saftig und weich. Wandung dünn. Rand des Fruchtnapfes ohne Vorwulstungen.   Bedeckung wie Fruchtknoten, aber die Schuppen werden dürr und stachelspitzig. Wandung von doppelter Dicke. Rand des Fruchtnapfes mit kleinen Vorwulstungen.  
Same: (gehöckert bis glatt, schwarz bis rot­braun, sehr klein [0,5 mm] bis groß [2 mm]).   (flach gehöckert, schwarz, groß [2mrn]).
Hilum: oval, ohne tiefe Einbuchtung der Samenoberfläche, subventral am basalen Ende.   rund in einer Einbuchtung der Samenoberfläche, ventral unterhalb des basalen Endes.  

Die beiden Photos (Abb.1 und 2) sind Stand­ortaufnahmen dieser Art von der Typuslokalität. Sie wird seit März 1956 von mir unter der Nummer FR 541 geführt. Unter der gleichen Bezeichnung wird der Holotyp sowie Samen-proben im Herbarium der Universität Utrecht, Niederlande, aufbewahrt.

Anschrift des Verfassers: Friedrich Ritter c/o. Nevermann & Cia. Lda., Casilla 47, Arica, Chile.  

References in Literature


 

Ritter F. in Hildegard Winter Katalog 16, 1957

 

The name is first listed as a Ritter nomen nudum, as the only species in the newly proposed genus Pilocopiapoa. and is included as a n.n. in Backeberg 1959, Die Cactaceae 3:1896 and Backeberg 1961, Die Cactaceae - Nachträge 6:3811

Ritter eventually published formal descriptions of the new genus and its only species in 1961(see above)


 
Ritter F. 1961, in Kakt. & Sukkulent. xii. 20  

Original Description, see above


 

Ritter F. 1980, Kakteen in Südamerika (3):1047

 

As C. solaris




 

Taylor N. P. 1981, A commentary on Copiapoa, The Cactus and Succulent Journal of Great Britain, 43(2/3): 49-60

 

 


 
Butcher D. 1982, The Genus Copiapoa, Calandrinia II  

 


 
Hoffmann A. E. 1989, Cactaceas en la flora silvestre de Chile: 108  

As C. solaris


 
Weisser P J & Laubscher N F 1993, Ecological studies on Copiapoa solaris (F. Ritter) F. Ritter (Cactaceae): habitat, density and areal biomass, Aloe 30(3/4): 80-82,  

 


 
Eggli, Schick & Leuenburger, 1995, Englera 16: 311  

Ritter 541: Copiapoa solaris (F. Ritter) F. Ritter - Kakt. Südamer. 3:1047, 1980.

loc. 1: Chile: ,,von der Typus-lokalität El Cobre“ = from the type locality El Cobre.
- /2. /1956. - Collection date according to specimen at U.
U 09804B HOLO - (corp), ar, sp (Collection number inferred. Assumed to represent the holotype as this is the only specimen present.)

loc. 2: Chile: ,,Küste bei Blanco Encalada“ = coast at Blanco Encalada. - This is the type number for the taxon but the type locality is El Cobre.
SGO 125360 - (corp), ar, sp

loc.3: Chile: ,,El Cobre“.
SGO 125361 (in 2 parts) ISO - corp. ar, sp
ZSS SR13488 ISO - sem

loc. 4:     Chile: sine loco.
BGH21 140 - ic (corp) (Ex cult.
BG Berlin, 30. 7. 1986 (cult. ex sem. Cat. H. Winter 1959). Collection number inferred.)
SGO 125362 (in 3 parts) Type number - corp. ar, sp
ZSS S10356 Type number - sem (Leg. F. Ritter 1957.)


 
Schulz R. & Kapitany A. , 1996,
Copiapoa in their Environment
 

Reported from a number of locations

Distribution:Quebrada Izcuna to El Cobre


 

Charles G. J. , 1998, Copiapoa 

 

Retained as a good species of Copiapoa.  


 
Hunt D. (Ed.), 2001, Cactaceae Systematics Initiatives 12: 15-17   

The differing characteristics of this plant are sufficient to be recognised in its own new subgenus Pilocopiapoa.


 
Hoffmann  A.E. & Walter H.  2004 Cactaceas en la flora silvestre de Chile (2nd Ed.): 120  

As subgenus Pilocopiapoa: Copiapoa solaris (Ritter) Ritter.


 

PK Comments

The most overwhelming impression each time that we see these plants in habitat is the very high percentage of dead plants. We tend to relate what we see at the time to what we know 'at home' (western Europe), where such a view would suggest a recent disaster. However, these Atacama Desert conditions are radically different and many of the agents that in Europe would quickly clear dead material from the landscape appear to be absent or not functioning at the same rate.

It seems likely that some of the huge clumps are at least several hundreds of years of age. In times of extreme draught, Copiapoa sacrifice stems to ensure the survival of at least some of the heads - from where the flowers are produced, enabling the plant to continue its reproduction.

Without the apparent presence of the usual micro organisms, dead stems appear to slowly oxidise so that they eventually disintegrate into wax-like material before turning to dust. This process is extremely slow, so that it is likely that the dead clumps we see are the result of tens if not hundreds of years of decay.  As a result the ratio of young plants to dead material is very small, leading to concerns that these plants are on the edge of extinction due to climate change, making the arid conditions even drier, to the point that even cacti are unable to survive.

C. solaris - flower remains, showing the hairy pericarpel
that gives rise to the subgenus name Pilocopiapoa

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