Von La Serena, kann nicht als eine neue Art
COPIAPOA geführt werden, sondern ist offenbar eine Jugendform der COPIAPOA
COQUIMBANA, oder der COPIAPOA PSEUDOCOQUIMBANA entsprechend den dünneren
Stacheln der letzteren. Der Autor gibt für die Jugendpflanze, die er allein
zur Verfügung hatte, 3 cm Durchmesser an und für die Blüte 4 cm Durchmesser,
was keineswegs zu seinem Foto stimmt, dessen Körper-Durchmesser beträchtlich
größer ist als die Blüte . Die Dickenangabe des Exemplares muß falsch sein.
Das Foto der Blüte ebenso wie die Blütenangaben stimmen völlig zur Blüte von
COPIAPOA COQUIMBANA. Wie oben erwähnt, haben die Sämlinge aufgelöste Rippen
und sind den älteren Pflanzen ganz unähnlich. Für die Samen gibt der Autor
an: "mit grobstruktureller Testa". Das gibt es nicht in der Gattung
COPIAPOA, welche nur glatte bis sehr feinhöckerige Samen
[Seite 1076] hat. Offenbar hat
der Autor einen anderen Samen irrtümlich dieser Art zugeschrieben. Und wenn
er weiter angibt: ,,ähneln im Bau den Sämen von COPIAPOA TALTALENSIS“, so
stimmt auch dies nicht, da die Samen der letzteren fast völlig glatt sind,
und auch die Samen der irrtümlich unter dem Namen COPIAPOA TALTALENSIS in
den Handel gebrachten COPIAPOA CHANIARALENSIS und COPIAPOA PAPOSOENSIS sind
ziemlich glatt und nur sehr fein und sehr flach gehöckert. Da der angegebene
Samen nicht dazu gehören kann, so hat es auch keinen Aussagewert, wenn er
den Samen zu 0,8 mm Durchmesser angibt, also viel kleiner als für COPIAPOA
COQUIMBANA und COPIAPOA PSEUDOCOQUIMBANA zutrifft.
VOLDAN gibt an, daß sein Fund ein kleines
Pflänzchen war, das er in einer durch KNIZE importierten COPIAPOA
COQUIMBANA-Gruppe zwischen den Köpfen entdeckte. Ferner, daß er "eine
Aussaat von COPIAPOA-Arten“ von Knize vornahm, wozu er bemerkt: "Unter den
sehr einheitlich aussehenden Sämlingspflanzen fielen drei durch ganz anderes
Aussehen auf. Und da alle überlebten, konnten wir feststellen, daß sie im
Aussehen mit den Sämlingen der obigen Wildpflanzen (VOLDAN hatte aber nur
eine Wildpflanze entdeckt) übereinstimmten."
Nun beobachtet man aber oft, daß Sämlinge einer
gleichen Art in einem verschiedenen Altersstadium vom Jugend in den
Alterstyp übergehen, so daß ein Nichtkenner oft bei gleicher Größe von zwei
verschieden aussehenden Jugendexemplaren zwei Arten zu erkennen glaubt, wo
nur eine Art vorliegt (siehe hierzu den letzten Absatz auf S. 1073, wo
selbst BACKEBERG diesem Irrtum verfiel). Zudem weist die Angabe "Aussaat von
COPIAPOA-Arten“ wohl darauf hin, daß ein Sämengemisch ausgesät wurde. Viele
COPIAPOA-Arten sind aber als Sämlinge sich so ähnlich und haben noch nicht
die typischen Altersmerkmale ausgeprägt, so daß sie oft kaum bestimmbar
sind.