42.)
COPIAPOA CINEREA (PHIL.) Br. & R. 1922
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syn. ECHINOCACTUS CINEREUS PHIL. 1860, Florula atacamensis,
5. 23
PHILIPPI
gibt als Verbreitung an: "An der Küste des Taltal-Tales bei 25° 24‘
Breite häufig“. Er hat dabei gewiß die COPIAPOA GIGANTEA BACKEBERG mit
hinzugerechnet, da er fortfährt: "bis nach Cobre 24° 15‘ Breite“,
aber selbst die Verbreitung von COPIAPOA GIGANTEA reicht nicht bis nach
Cobre. Die Herbarmuster von PHILIPPI in Santiago stammen aber von Taltal,
und die Beschreibung ist von Pflanzen bei Taltal genommen und begreift
nicht COPIAPOA GIGANTEA ein, so daß die Bestimmung der Art ECHINOCACTUS
CINEREUS PHILIPPI eindeutig ist. Bei geringer Variabilität von Blüte, Frucht
und Samen ist diese Art namentlich hinsichtlich der Bestachlung sehr
variabel und zwar in Abhängigkeit von klimatischen Faktoren. Das
Strandgebiet von Taltal ist völlige Wüste; nach Osten beginnt diese
Art in noch sehr dürrem Gebiet mit stark weiß bereiften kleinen Säulen,
die einzeln sind oder etwas sprossen, aber gewöhnlich nicht unten,
sondern seitlich bis oben. Die Bestachlung ist pfriemlich, schwarz,
gerade, kurz, und meist finden sich nur 1-2 Mittelstacheln, während Randstacheln
ganz
fehlen oder nur 1-3 kleine nadelförmige ausgebildet sind.
Weiter nach
Osten, an den Berghängen und zwischen ihnen, wo es mehr regnet, bis in
die Nähe von LAS BREAS, entwickelt diese Art meist lockere Gruppen mit
mehr basaler Sprossung, und die Köpfe erreichen die größten Ausmaße
mit bis über 1 m Länge, wobei sich die unteren Teile umlegen. Die
Bestachlung ist hier üppiger, Randstacheln sind 4-8 entwickelt und Mittelstacheln
1-3;
die Stacheln sind länger und dicker, schwarz bis dunkelbraun. Es handelt
sich dabei mehr um eine ökologische als geographische Variabilität.
Zwischen den Formen bestehen fließende Übergänge. Im Herbarmaterial
von PHILIPPI befinden sich beide Typen, wohl von je einem Exemplar
stammend. Die Beschreibung durch PHILIPPI ist aber nach dem reicher
bestacheltem Exemplar gemacht; er wird wohl angenommen haben, daß das
geringer bestachelte Exemplar infolg der Dürre des Standortes
entfaltungsgehemmt war, so daß er es in sein Beschreibung nicht
einbezog. Offenbar sind aber beide Bestachlungsformen erblich, auch wenn
stärkere Umwelteinflüsse mitwirksam sein werden.
P.
C. HUTCHISON hat eine sorgfältige Studie über diese Art gemacht ("Cact.
Suc . Journ.“ (USA) 1953, 5. 63/72), wobei er ausführlich die Frage
erörtert, welcher Bestandteil aus dem Herbar von PHILIPPI als
Lectotypus anzusehen sei. Da in der Beschreibung von PHILIPPI die wenig
stachlige Form nicht erwähnt wird, ist die von ihm beschriebene
mehrstachlige
Form als nomenklatorischer Lektotypus anzusehen. HUTCHISON wendet sich
dagegen, daß ROSE, der das Herbar besichtigt hatte, die wenigstachlige
Form als Lektotypus ausgewählt habe. Davon kann aber keine Rede sein,
denn in der einzigen Publikation ROSE‘s (The Cactaceae, Bd. 3, 5. 86)
wird für "COPIAPOA CINEREA (PHILIPPI) BR. & R.“ überhaupt kein
Lektotypus aufgestellt, sondern ROSE verarbeitet beide Stachelformen in
seiner Diagnose: "Stacheln einzeln oder zuweilen 5 oder 6, starr,
schwarz, obere Randstacheln 4 mm lang, untere Randstacheln 12-16 mm lang,
Mittelstacheln 18-20 mm
lang“; d. h. für ROSE bildeten beide Formen zusammen den Typus;
legitim werden Lektotypen aber erst aufgrund ihrer Publikation. Da aber
HUTCHISON die Formen nur beschreibt, ohne Varietäten aufzustellen, ist
diese ganze Typusfrage für die Praxis belanglos, wie man überhaupt
diesen Reglementierungen ein zu großes Gewicht beilegt, während in der
Praxis der Taxonomie fast nie irgendetwas dabei herausgekommen ist. Ich
selbst mache keine legitime Publikation der wenigbestachelten Formen
als eigene Varietät in Anbetracht der vielen Übergänge in Natur, die
in zahlreichen Fällen eine taxonomische Einordnung bei Bestimmungen unmöglich
machen würden.
Weitere
Angaben über COPIAPOA CINEREA finden sich in meinen
Vergleichs-Aufstellungen unter COPIAPOA COLUMNA-ALBA, COPIAPOA DEALBATA
und COPIAPOA CINEREAVarietäten. Nr. FR 207. Abb. 1047/1049. Weitere
Abb. in SCHUMANN, Nachtrag 1903, Abb. 15, und in BACKEBERG, Bd. 3, Abb.
1824/1827 und 1830/1831 sowie in HUTCHISON l. c. Abb. 48/58.2.)VAR.
ALBISPINA.
42a.
VAR. ALBISPINA RITTER 1963, Taxon 12 (1), 5. 30
syn.
COPIAPOA ALBISPINA BACKEBERG nom. nud. 1959
Diagnosis
emendata: A var. cinerea recedit corpore minore, basi proliferanti,
paulum pruinoso; costis 12-21; spinis luridis ad albis acumine pullo,
marginalibus 0-6, acicularibus, rectis vel curvatia, inter se imparibus,
3-30 mm longis, centralibus 1-3, subulatis, 2-5 cm longis; habitat
Taltal, 10 km ad septentriones versus, litore maris, Chile
Ich
gebe hier eine Vergleichs-Aufstellung der Varietäten der COPIAPOA
CINEREA:
|
1.) VAR. CINEREA (a) |
(b) |
2.) VAR. ALBISPINA |
| Formen des Dürreklimas. |
Formen des Normalklim. |
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| Körper nicht oder wenig sprossend, und
dann öfters oben, stark grauweiß bereift. |
Körper stärker sprossend, und gewöhnlich
unten, stark grauweiß bereift. |
Körper stärker sprossend, und gewöhnlich
unten, weniger stark bereift, Triebe etwas kleiner als (a) und
(b). |
| Rippen 12-28. |
Rippen 14-30. |
Rippen 12-21. |
| Stacheln schwarz, gerade, |
Stacheln schwarz bis dunkelbraun, gerade, |
Stacheln weiß bis hell bräunlichgelb,
dunkel gespitzt, gerade bis gebogen, |
| Randstacheln fehlend oder 1-3 feine, Mittelstacheln
1-2,
kurz, pfriemlich . |
Randstacheln 4-8, dünn pfriemlich, Mittelstacheln
1-3,
stark pfriemlich, länger. |
Randstacheln nadelförmig und kurz, bis
pfriemlich und lang, unter sich ungleich, 3-30 mm lang, Mittelstacheln
1-3,
dicker, 2-5 cm lang. |
|
Standort
nahe Taltal nach Osten. |
Standort Hinterlana der Küste, östlich,
südlich und nördlich von Taltal. |
Standort zwischen Strandfelsen, ca 10
km nördlich von Taltal. |
Blüte,
Frucht und Samen ohne klar erkennbare Unterschiede.
VAR.
ALBISPINA kann nicht als eigene Art gelten, da beim Zusammentreffen mit
der VAR. CINEREA völlig mit ihr hybridisierend. Die von BACKEBERG
hervorgehobene Braunfärbung des Körpers ist nicht allgemein typisch für
diese Varietät. ALBISPINA ist eine ökologische Varietät, sie wächst
dort, wo die hohen regenreicheren Küstenberge steil zum Strand abfallen,
so daß der Strand hier, im Gegensatz zum Strand bei der Ortschaft
Taltal, zuweilen etwas Regen empfängt und der direkte Einfluß des
Meeres ein den Standorten der Typusvarietät etwas abweichendes Klima
verursacht. Wenn BACKEBERG in Bd. 3 die VAR. ALBISPINA zu einer selbständigen
Art erheben wollte, so genügte dazu nicht die Beobachtung von Sämlingen,
die ihm allein zugänglich waren. In seinem Kakt.. Lexikon führt er
ALBISPINA nicht mehr als eigene Art auf. Diese Var. wurde von mir
entdeckt 1954. Nr. FR 207a, Im Juni 1954 an die Städt. Sukk.-Samml. in
Zürich gesandt unter der Nr. 266. Abb. 1050. Sämlingsbilder in BACKEBERG,
Bd. 3, 5. 1904 Mitte und unten.
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