Copiapoa - Living on the Edge
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Kakteen in Südamerika

Friedrich Ritter

Band 3: Chile

II. Untergattung: COPIAPOA

Sektion 5 (11 Arten)  - Serie b (9 Arten)

[Seite 1093]

38.) COPIAPOA SERPENTISULCATA RITTER 1960, "Cactus" Nr.66, S.22

Körper stärker sprossend, Haufen bis zu 1 m Breite und 60 cm Höhe bildend mit dicht stehenden Köpfen; diese sind oben flach, mit blaß gelblichbräunlichem bestacheltem Filzscheitel, 7-10 cm Durchmesser, graugrun, oft von der Sonne gelbbraun gebrannt, von harter Konsistenz, mit sehr kurzer harter konischer Rübenwurzel ohne verengten Hals. Rippen 18-33, breiter als hoch, 5-7 mm hoch, stark höckerig, zwischen den Höckern nur von halber Höhe und verschmälert, so daß stark geschlängelte Trennfurchen bestehen, wenigstens immer am Ausgang der Furchen, während bei alten Exemplaren die Basislinie der Furchen sehr wenig geschlängelt oder gerade ist. Areolen gelblichfilzig, vergrauend, rundlich, 3-5 mm Durchmesser, etwas erhaben, in die Kerben darunter hinabreichend, also hängend, 5-8 mm freie Entfernung. Stacheln zunächst hellbraun, vergrauend, gerade; Rst . 6-8, dick nadelförmig bis pfriemlich, 10-15 mm lang, halb ausseits gerichtet, die unteren am längsten; Mittelstacheln 1-2(-4), 1-2 cm lang, pfriemlich. 

Blüte (von verschiedenen Exemplaren des Typusortes) 25-30 mm lang, Öffnung ca 3 cm weit, mit COPIAPOA- Blütenduft. Nektarkammer 4-7 mm hoch, 4 mm weit, halboffen. Rö. darüber ca 8 mm lang, Öffnung 10-12 mm weit, trichterförmig, mit purpurnen oder bräunlichen Schuppen. Filamente blaßgelb, untere 17-20 mm lang, obere 12-13 mm, Meutel zitron- bis goldgelb. Griffel 17-25 mm lang, blaßgelb, mit 8-12 zitrongelben, 2-3 mm langen Narbenlappen, welche nicht die Beutel überragen. Petalen 12-15 mm lang, 5-6 mm breit, oben gerundet, blaßgelb, die äußersten öfters mit rotem Mittelstreif. 

Frucht 12-15 mm Durchmesser, rötlichgrün bis fast rot bis orangebräunlich, mit wenigen bis ca 10 dreieckigen blassen bis roten, 3-10 mm langen Schuppen, meist nur am Napfrand, selten fehlend. 

Samen ca 1,0 mm lang, 0,6 mm breit, 0,3 mm dick, schwarz, glänzend, dorsal stark gewölbt, gekielt, mit sehr feinen, sehr abgeflachten Höckern; Hilum ventral, weiß, langoval, Mikropyle meist getrennt. 

Typusort nördlich von CHAÑARAL, Berghöhen. Von mir entdeckt 1954. 
Typus gesandt an die Städt. Sukk.-Samml. in Zürich. Nr. FR 246. Abb. 1044. 

Sämlingsbilder in BACKEBERG, Bd. 3, Tafel 146 links unten, und Bd. 6, 5. 3840, Abb. 3474, sowie 5. 3821, Abb. 3461 unten, letzteres beschriftet "COPIAPOA CHAÑARALENSIS RITTER“. Dagegen gehören in Bd. 3, Abb. 1853 und ebenda Tafel 146, Bild Mitte rechts, offenbar nicht zu COPIAPOA SERPENTISULCATA.


38a. VAR. CASTANEA RITTER var. nov.

A var. serpentisulcata recedit caulibus 8-15 cm crassis, castaneoviridibus; costis 6-10 mm altis; areolis 10-20 mm inter se remotis; apinis castanois vel atris, marginalibus 15-30 mm longis, centralibus vix longioribus; staminibus et petalis breviorihus; habitat Chañaral, 24 km ad septentriones versus, monte in ora maris, Chile.

Unterschiede gegen VAR. SERPENTISULCATA: meist etwas weniger sprossend, Haufen etwa bis 40 cm hoch ohne Rübenwurzel, Köpfe 8-15 cm dick, braungraugrün. Rippen (14-)18-27 (-38), ca 6-10 mm hoch. Areolen 4-6 mm Durchmesser, 10- 20 mm freie Entfernung. Stacheln kastanienbraun, zuweilen schwarz, vergrauend; Randstacheln 6-10, 15-30 mm lang; Mittelstacheln 1-4, meist 1, kaum stärker und länger.

Blüte 23-30 mm lang. Untere Filamente 10-13 mm lang, obere ca 8 mm. Narbe dottergelb. Petalen 10-13 mm lang, 5 mm breit.

Frucht mit 6-14 Schuppen, fast alle am Napfrand.

Samen Hilum kurzoval, Mikropyle eingeschlossen.

Typusort Küstenvorsprung ca 24 km nördlich CHAÑARAL. Von mir entdeckt 1956. Nr. FR 711.Abb. 1015, Ein Sämlingsbild in BACKEBERG, Bd. 6, Abb. 3461 oben, beschriftet "COPIAPOA CASTANEA RITTER“.

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