Körper
stark und dicht sprossend, mächtige Halbkugeln mit zahlreichen Köpfen
bildend, ohne Rübenwurzel, in Natur stark grauweiß bereift wie
COPIAPOA CINEREA oder noch weißer. Köpfe 6-12 cm dick, mit stark
filzigem grauem stachellosem Scheitel, der flach oder ein wenig erhaben
ist. Rippen 21-33, ca 1 cm hoch, über den Areolen etwas höckerig, unter ihnen
etwas gekerbt, so daß die Areolen nach abwärts weisen. Areolen grau- bis etwas
orangebraunfilzig, 5-8 mm lang, 3-5 mm breit, 10-25 mm freie Entfernung,
etwas in die Rippen eingesenkt. Stacheln schwarz, meist nur 1 Mittelstacheln
vorhanden, abstehend, gerade oder etwas nach unten gebogen, 2-5 cm lang, zuweilen
darüber noch 1-3 kleinere dünnere, ebenso abstehende Stacheln; Sämlinge
mit mehreren nach unten gebogenen Randstacheln und ohne Mittelstacheln.
Blüte
(registriert 3 Blüte verschiedener Exemplare der einzig bekannten
Fundstelle) geruchlos, trichterig geöffnet, ca 35 mm lang, Öffnung
ebenso weit. Nektarkammer 4-5 mm hoch, ca 4 mm weit, halboffen durch
Wandverdickung oben und die gegen den Griffel geneigten basalen Stbbl. . Rö.
darüber trichterig, etwa 1 cm lang, oben etwa 15 mm weit, mit wenigen
großen schmalen Schuppen, die unteren grünlichgelb, die oberen
rotbraun. Filamente: untere 15-18 mm lang, obere halb so lang, alle blaßgelb,
Beutel blaßgelb bis zitrongelb, Insertionen besonders über der Nektarkammer
auf ca 2 mm Höhe, darüber wenige bis zum Saum. Griffel blaßgelb, 25-30 mm
lang, 1,5 mm dick, die Beutel überragend, mit ca 7 sehr kurzen, etwas
zugespitzten blaß zitrongelben [Seite
1092] Narbenlappen mit öfters etwas rötlichen Enden.
Frucht
rundlich, ca 15 mm Durchmesser, grünlichweiß, oben oft etwas rötlich, nur am
Fruchtnapf mit einigen schmalen, 5-8 - langen blassen oder rötlichen
Schuppen, zuweilen schuppenlos.
Samen
ca 1,5 mm lang, 1,0 mm breit, 0,5 mm dick, dorsal stark gewölbt, wenig
gekielt, schwarz, wenig glänzend, fein und nicht geflacht gehöckert;
Hilum weiß, kurzoval, ventral, Mikropyle eingeschlossen.
Typusort
ostwärts von COPIAPOA CARRIZALENSIS in dürrerer Gegend, nur von hier
bekannt. Von mir entdeckt 1956. Typus gesandt an die Städt. Sukk.-Samml.
in Zürich. Nr. FR 509. Abb. 1035/1036. Sämlingsbild in BACKEBERG, Bd. 3,
Tafel 144, unten rechts.
Eine nahe Verwandtschaft besteht mit COPIAPOA
CARRIZALENSIS, die in der nächsten Nachbarschaft wächst, während die
Verwandtschaft mit der viel weiter im Norden wachsenden COPIAPOA
GIGANTEA und COPIAPOA CINEREA viel weitläufiger ist.
BACKEBERGs
Umkombination der DEALBATA zu einer Varietät von CINEREA beruht auf
grober Unkenntnis und zudem auf Leichtfertigkeit in der Bearbeitung (nämlich
daß er trotz seiner Unkenntnis eine Umkombination wie diese machte). Er
hat sich dabei offenbar allein verführen lassen von meiner Angabe, daß
COPIAPOA DEALBATA stark weiß bereift ist und darin COPIAPOA CINEREA in
Natur noch übertreffen kann. Es handelt sich aber hier um ein Merkmal
von taxonomisch minimaler Wertigkeit, das sich innerhalb einer Art als
sehr variabel erweist und zudem stark vom klimatischen Umwelteinfluß
abhängt. Nun sind aber schon die Sämlingsbilder, die BACKEBERG selbst
von COPIAPOA DEALBATA und COPIAPOA CARRIZALENSIS bringt, im wesentlichen
gleich, während sein Sämlingsbild von COPIAPOA CINEREA (Bd. 3, Tafel
144) ganz verschieden davon ist.
Die wesentlichsten Art-Differenzierungen
bekunden sich aber erst im Blühalter. Ich habe in der Original-Publikation
eine Anzahl wesentlicher Unterschiede zwischen COPIAPOA DEALBATA und COPIAPOA
CINEREA nebeneinander gestellt in der normalen Variationsbreite von
beiden. Leider hat BACKEBERG dies in seinen Erörterungen für die
Einziehung der DEALBATA als eigene Art völlig übergangen, womit seine
Umbenennung keine sachliche Basis hat. Ich gebe hier nochmals eine Gegenüberstellung
beider Arten, aus der sich eine beträchtliche Unterschiedlichkeit
ergibt, wobei ich außer der Aufstellung in der Original-Publikation
weitere Feststellungen verwendet habe. überschneidungen in den
Zahlenangaben (Triebdicke, Rippen-zahl, Areolen-entfernung) sind nicht real,
sondern infolge Zustands-Zusammenfassungen inhomolog, entsprechend den
Erläuterungen in der Einleitung dieses Werks (S. 13/14). BACKEBERG, der
gewöhnlich nur auf einzelne Exemplare hin beschrieben hat und der also
die Variations- Verbreiterungen durch die Erbformen der
Fortpflanzungsgemeinschaft (des "genpools“), durch das
Pflanzenalter und durch die verschiedenartigsten Umwelteinflüsse nicht
in Rechnung stellte, hat öfters Arten von mir zu Varietäten
umkombiniert, wenn inhomologe teilweise Uberdeckungen der
Variationsbreiten-Angaben in meinen Beschreibungen vorlagen.