Copiapoa - Living on the Edge
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Kakteen in Südamerika

Friedrich Ritter

Band 3: Chile

II. Untergattung: COPIAPOA
Sektion 5 (11 Arten)  - Serie a (2 Arten)

[Seite 1091]

36.) COPIAPOA CARRIZALENSIS RITTER 1959, "Cactus" Nr.63, S.139

Körper stark sprossend, ohne Rübenwurzel, riesige Viertelkugeln von bis nahezu 1 m Höhe bildend, denn die Sproßhaufen entwickeln sich nur nach der Seeseite hin, graugrün, ohne Bereifung; Triebe 8-12 cm dick, mit flachem bräunlichem bis orangebräunlichem Filzscheitel. Rippen 15-24, 7-10 mm hoch, über den Areolen etwas gehöckert, unter ihnen kaum gekerbt, zwischen den Areolen sehr verschmälert, entsprechend sind die Trennfurchen geschlängelt. Areolen etwas eingesenkt, etwas hängend, länglich, ca 5 mm Durchmesser, zunächst mit orangebräunlichem Filz, vergrauend. Randstacheln 4-7, rings um die Areolen, 1-3 cm lang, halb ausseits gerichtet, gerade oder wenig gekrümmt, die unteren am längsten; Mittelstacheln 1, 2-4 cm, gerade oder etwas nach unten gekrümmt, oft fehlend; alle Stacheln dick nadelförmig, schwarz bis hellbraun, spät vergrauend. 

Blüte geruchlos, ca 28 mm lang, trichterig geöffnet. Nektarkammer 4-7 mm lang, 3-5 mm weit, halboffen, mit oben etwas vorspringender Wandung. Rö. trichterig, mit wenigen großen rotbraunen oder grünlichen Schuppen. Filamente blaßgelb, untere 13-15 mm lang, obere 8-10 mm. Griffel mit ca 10 Narbenlappen von 2-3 mm Länge, welche die Beutel nicht überragen. Petalen 13-15 mm lang, 5-7 mm breit, oben gerundet oder kurz zugespitzt, blaßgelb bis goldgelb. 

Frucht 10-15 mm lang, 8-12 mm dick, grün bis rotbraun, mit 3-5 rötlichen, 3-7 mm langen, 2-3 mm breiten, lang zugespitzten Schuppen. 

Samen ca 1,5 mm lang, 1,0 mm breit, 0,7 mm dick, dorsal stark gekrümmt, ventral etwas gekerbt; Testa schwarz, wenig glänzend, mit feinen, nicht abgeflachten Höckerchen bedeckt; Hilum ventral, weiß, oval, fast bis zur halben Samenlänge hinauf, Mikropyle eingeschlossen. 

Typusort CARRIZAL BAJO, Depart. Freirina; nur von hier bekannt.

Diese Art ist nahe verwandt mit COPIAPOA DEALBATA, die in der Nähe wächst, weniger nahe mit der sehr entfernt wachsenden COPIAPOA GIGANTEA; die Verwandtschaft mit COPIAPOA CINEREA ist noch weitläufiger. BACKEBERG schreibt in seinem Band 6, S. 3820 von COPIAPOA CARRIZALENSIS: "Nach allem hat es den Anschein, daß die Art mit COPIAPOA MALLETIANA identisch ist...“ Jedoch trifft die Original-Beschreibung von ECHINOCACTUS MALLETIANUS nicht auf diese Art zu (siehe dort). Von mir entdeckt 1956. Nr. FR 508. Typus gesandt an die Städt. Sukk.-Samml. in Zürich. Abb. 1031/1032. Sämlingsbild in BACKEBERG, Bd. 6, S. 3819.

36a. VAR. GIGANTEA RITTER 1963, Taxon 12 (1), S. 29

Unterschiede gegen VAR. CARRIZALENSIS: Polster bis 2 m breit und bis 1 m hoch; Köpfe 10-16 cm Durchmesser . Bei einseitig etwas starkerem Lichteinfall stehen die Scheitel nach dieser Seite hin schief. Rippen zwischen den Areolen noch mehr verschmälert mit schärferen Kanten. Wenn die Areolen eine etwas größere Entfernung haben (wie besonders bei Kulturexemplaren), bilden sich zwischen den Areolen lange schmale Zwischenhöcker und zuweilen ein scharfes spitzes Kinn nach oben. Areolen bei Kulturpflanzen bis zu ca 22 mm von einander entfernt, 5-9 mm Durchmesser. Randstacheln 3-7, meist 4, 2-5 cm lang, stärker abstehend als bei VAR. CARRIZALENSIS; Mittelstacheln meist fehlend, zuweilen 1 Mittelstacheln, gerade oder etwas nach unten gebogen, 3-6 cm lang.

Typusort halbwegs zwischen CARRIZAL BAJO und TOTORAL in Küstennähe. Nr. 508a. Abb. 1033/1034

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