Diese Art wurde von PFEIFFER
nur beschrieben, nicht abgebildet. Die Diagnose lautet: "Heimat Bolivien.
Körper dick, kuglig, grün, Epidermis bedeckt mit einer Schicht von weißem
entfernbarem Staub. 13 Rippen, fast vertikal, stumpf, kaum gerundet.
Scheitel ziemlich flach, filzig. Areolen genähert, 4-6 mm entfernt, rund,
flach, mit gelblichweißem, später grauem Filz. Stacheln starr, grauschwarz;
7 Randstacheln, zurückgebogen, 1 Mittelstacheln, stärker, gerade, spitz,
pfriemlich, fast 30 mm lang. Körper 10-13 cm Durchmesser bei 8 cm Höhe. Es
gibt mehrere Varietäten, die sich durch längere und dünnere Stacheln
unterscheiden.“ Die "mehreren Varietäten“ haben nichts anderes zu besagen
als eine große Variationsbreite in der Bestachlung. Von weiß bereiften
Kakteen paßt diese Beschreibung nur auf die bei Antofagasta wachsende Art,
während dieser Name seit RÜMPLER 1886 irrtümlich mit dem unbereiften
ECHINOCACTUS ECHINOIDES synonymisiert wurde. Antofagasta gehörte damals zu
Bolivien. BR. & R. hielten die Art von Antofagasta für ECHINOCACTUS
MARGINATUS S.-D., was ebenfalls nicht zutreffen kann. Ich gebe hier eine
Beschreibung nach eigenen Aufzeichnungen:
Körper graugrün, in Natur stark weiß bereift, einzeln in sehr dürren Lagen,
stärker von unten sprossend in weniger dürren Lagen, mit starker harter
Rübenwurzel mit verdünntem Hals; Köpfe zunächst halbkuglig oder kuglig,
später 20-50 cm, zuweilen bis 1 m lang werdend und dann im unteren Teil
liegend, 6-15 cm dick; Scheitel flach, bräunlichfilzig. Rippen 9-14, gering
gekerbt bis ungekerbt, ca 15 mm hoch, stumpf. Areolen bräunlich, grauschwarz
werdend, 5-8 mm Durchmesser, rund, oft etwas nach unten weisend, ca 5-10 mm
freie Entfernung, an alten Köpfen genäherter, manchmal bis zur Berührung.
Stacheln pfriemlich, braun oder rotbraun bis schwarz, gerade oder etwas
gebogen; Randstacheln 5-8, meist 1-2 cm lang; Mittelstacheln 1-4, stärker,
gerade oder etwas nach unten gekrümmt, 15-25(-40) mm lang.
Blüte 30-35 mm lang, duftend. Nektarkammer ca 5 mm hoch. Untere Filamente ca
20 mm lang, obere ca 10 mm. Narbenlappen 9-12. Petalen 15-18 mm lang, 5-6 mm
breit, innere hellgelb, meist oben gerundet, äußere mit rötlichen Zipfeln,
alle weit ausgebreitet.
Frucht blaßgrün bis blaßrot, mit 5-15 rötlichen, 5-10 mm langen und 2-4 mm
breiten, zugespitzten Schuppen, fast nur am Napfrand.
Samen ca 1,4 mm lang, 1,0 mm breit, 0,5 mm dick, ventral nicht gekerbt und
um das Hilum nicht gewulstet, dorsal gekielt; Testa schwarz, glänzend, fein
flach gehöckert bis glatt; Hilum weiß, oval, ventralseits, Mikropyle
eingeschlossen.
Verbreitet von der CHIMBA, nördlich von ANTOFAGASTA, bis BLANCO ENCALADA im
Süden, bei ANTOFAGASTA als einzige COPIAPOA-Art. Nr. FR 205. Abb. 1029/1030.
Die beiden Fotos, in Natur am gleichen Ort LA CHIMBA aufgenommen, zeigen die
Unterschiedlichkeit der Exemplare am gleichen Standort, die Formen gehen
völlig ineinander über. Hierher gehören in BACKEBERG Bd. 3, S. 1911, Abb.
1840, beschriftet "COPIAPOA ECHINOIDES (LEM.) BR. & R.“, ebenda S. 1912,
Abb. 1841, beschriftet "COPIAPOA BRIDGESII (PFEIFF.) BACKEBERG“ und Bd. 6,
S. 3816, Abb. 3458, beschriftet "COPIAPOA MARGINATA S.-D.) BR. & R.“. Über
diese Fehlbestimmungen durch BACKEBERG siehe unter den drei bezeichneten
Artnamen. Das Sämlingsbild in BACKEBERG, Bd. 3, Tafel 146 rechts oben, wird
wohl zu COPIAPOA BOLIVIANA gehören; die Art war von mir früher, im Vertrauen
auf BR. & R., als COPIAPOA MARGINATA geführt worden, ehe ich dessen Irrtum
erkannte