Copiapoa - Living on the Edge
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Kakteen in Südamerika

Friedrich Ritter

Band 3: Chile

II. Untergattung: COPIAPOA
 Sektion 4 (17 Arten)

[Seite 1087]
31.) COPIAPOA GRANDIFLORA RITTER 1963, Taxon 12(1), S.30

Körper weichfleischig, graugrün, dichte Sproßhaufen bildend von 30-50 cm Durchmesser, mit harter starker Rübenwurzel mit etwas verengtem Hals; Köpfe 6 - 10 cm Dm, mit kaum eingesenktem, bestacheltem weißfilzigem Scheitel. Rippen 12 - 19, 7 - 10 mm hoch, 10 - 12 mm breit, mit flachen Hökkern über den Areolen; Rippen-Trennfurchen geschlängelt. Areolen 2,5 - 4 mm Durchmesser, weißfilzig, ca 10 mm freie Entfernung. Stacheln schwarz bis braun, vergrauend, gerade; Randstacheln 7 - 10, nadelförmig, 1 - 3 cm lang, seitlich gerichtet; Mittelstacheln 2 - 4, gering dicker, 15 - 50 mm lang, ausseits gerichtet. 

Blüte geruchlos, 30 - 55 mm lang. Nektarkammer 3 - 5 mm hoch, oben 5 - 7 mm weit. Rö. darüber 10 - 15 mm lang, oben 15 - 18 mm weit, blaß, mit großen roten Schuppen. Filamente blaßgelb, 15 - 20 mm lang. Griffel 20 - 35 mm lang, blaßgelb, mit ca 12 blaßgelben, 3 - 5 mm langen, die Beutel überragenden Narbenlappen. Petalen 20 - 25 mm lang, 7 - 10 mm breit, oben gerundet, ausgebreitet, blaßgelb, die äußeren oben rot. 

Frucht ca 15 mm lang, 12 - 15 mm dick, rot oder nach oben bräunlich, mit mehreren ca 5 mm langen rötlichen Schuppen am Napfrand, oft auch mit wenigen kleineren Schuppen seitlich.

Samen ca 1,0 mm lang, 0,8 mm breit, 0,6 mm dick, schwarz, glänzend, sehr fein gehökkert; Hilum subbasal, oval, weiß, etwas vertieft.

Typusort ESMERALDA, Depart. Taltal.

Näher verwandt mit COPIAPOA MOLLICULA. Unterschiede: Größer und stärker sprossend, mehr und höhere Rippen, entferntere Areolen, Stacheln dikker, länger, die Randstacheln anliegender; Blüte größer, heller gelb; Frucht größer, mit zahlreicheren und größeren Schuppen. Von mir entdeckt 1956. Nr. 523. Abb. 1014.

Ein weiteres Bild in BACKEBERGs Kakt.-Lex., Abb. 68. In seinem Handbuch, Bd. 6, schreibt BACKEBERG auf S. 3828 unter COPIAPOA GRANDIFLORA, er habe ganz verschiedene Pflanzen aus Samen FR 523 gesehen, darunter zwei verschiedenartige bei A.M. Wouters (Holland), und er fährt fort: "Es ist wenig wahrscheinlich, daß es sich bei diesen beiden Pflanzen um die echte oder typische Art handelt; diese scheint vielmehr meine Abb. auf Tafel 146, Mitte links (Bd. 3), zu sein, eine Pflanze, die ich bei Saint-Pie (Frankreich) aufnahm und die aus den ersten zum Verkauf gelangten Samen stammt.“ Aber diese letztere, von ganz anderem Aussehen als COPIAPOA GRANDIFLORA, wird auf dieser Tafel von BACKEBERG als ein aus COPIAPOA RUBRIFLORA Samen gezüchteter Sämling ausgegeben, was nach dem Aussehen stimmen dürfte (siehe auch oben unter COPIAPOA RUBRIFLORA, S. 1062). Diese Verwechslung bei BACKEBERG ist um so mehr zu beanstanden, als er an gleicher Stelle (Bd. 6) schreibt: ,,Gerade bei COPIAPOA muß die Samenechtheit unbedingt gewährleistet sein und die Aussaat besonders sorgfältig numeriert werden, wenn eine richtige Bestimmung möglich sein soll...."

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