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29.)
COPIAPOA HYPOGAEA RITTER "Cactus" Nr. 66, 1960, S19
Körper einfach oder zu zwei Köpfen, weichfleischig, in Natur flach mit
dem Erdboden oder etwas in ihn eingesunken; der assimilierende Teil der
Pflanze selbst flach oder nach der Mitte vertieft, eine kleine flache
Grube bildend, mit riesiger Rübenwurzel mit verdünntem Hals; Köpfe 30
- 65
mm dick, von graubrauner Farbe, nur gering grünlich, fast von der
gleichen Farbe des Wüstenbodens, in dem die Art wächst; Scheitel
weiß - filzig. Rippen 10 - 14, oft etwas gedreht, in Natur stark aufgelöst in kleine breite
flache Höcker von ca 4 - 7 mm Durchmesser und ebensolcher Höhe, unten oft etwas
kinnartig vorgezogen; wenn Berippung erkennbar ist, sind die
Trennfurchen nicht oder nur gering geschlängelt. Eine Besonderheit sind
kleine feine Längsriefen der Oberfläche, von den Areolen ausgehend bis
nach unten an die Höckerbasis; sie sehen nach Schrumpfungserscheinungen
aus, aber die Runzeln bleiben auch bei Vollsaftigkeit erhalten,
wenigstens fand ich es so auch bei Exemplaren, die dem Standort schon
vor Jahren entnommen und feucht gehalten worden waren. BACKEBERG erklärt
in Bd. 6, S. 3831, daß er dies Merkmal bei aus Samen gezogenen
Exemplaren nicht gesehen habe; ich habe darüber keine Erfahrung. Ich
weiß auch nicht, wie weit die Samen rein sind, denn in der Kultur sind
anscheinend beide Varietäten dieser Art durcheinander gekommen; ich
selbst habe nur einmal in 1956 ca 330 Korn der reinen VAR. HYPOGAEA
gesandt, von der VAR. BARQUITENSIS nie ein Korn; in Kultur ist der Same
viel leichter zu gewinnen als in Natur, aber wie weit der Kultursame
rein ist bei den häufigen Verwechslungen beider Varietäten, erscheint
fraglich. Areolen 1,5 - 3 mm lang, etwas schmaler, 4
- 10 mm freie Entfernung,
oben in die Höckerchen eingesenkt, weißfilzig. Stacheln fehlen an den
meisten Pflanzen völlig; andere haben 1 - 6 schwarze, nicht vergrauende,
abstehende nadelförmige Randstacheln von 2 - 4 mm, keine Mittelstacheln . Bei stärkerer
Bestachlung als der angegebenen handelt es sich gewöhnlich um eine
Hybride, die sich auch in Natur finden.
Blüte
(1 Blüte) nur für einen Tag öffnend, 20 - 22 mm lang, 3 bis fast 4 cm weit
offen, mit dem typischen COPIAPOA - Blütenduft; Blühareolen stärker
befilzt. Nektarkammer nur 1 mm hoch, fast 4 mm weit, aber nur ca 1 mm weit um
den fast 2 mm dicken Griffel; oben geschlossen durch die basalen Stbbl.. Rö.
ca 6 mm lang, oben 9 mm weit, außen olivgrünlich, mit wenigen breiten
olivgrünlich - roten Schuppen, trichterförmig. Filamente ausgebreitet,
blaßgelb,
die unteren länger als die oberen; die goldgelben Beutel in Höhe der
Narbe; Insertionen auf der ganzen Rö. . Griffel vom gleichen Gelb der Filamente,
mit 7, zum größten Teil untereinander verwachsenen hellgelben, ca 2 mm
langen, etwas gespreizten Narbenlappen. Petalen sehr weit ausgebreitet,
12 - 14 mm lang, 6 - 8 mm breit, spatelförmig, bei etwa 1/3 Höhe am
breitesten, oben gerundet zugespitzt, an der Basis schmaler, hellgelb,
an den oberen Enden etwas rosa, die äußeren mit mehr Rot, besonders
an der Außenseite.
Frucht
klein, rundlich, schuppenlos oder mit einem winzigen rötlichen Schüppchen
am Napfrand; Fleisch spärlich.
Samen
ca 1,0 mm lang, 0,7 mm breit, 0,5 mm dick, schwarz, glatt, glänzend,
dorsal stark gewölbt und etwas gekielt; Hilum ventral, weiß, etwa von
halber Samenlänge.
Heimat
in den Küstenanden des Depart. Chañaral; Fundort sehr klein und
Pflanzen selten; bei genauerer Angabe des Fundplatzes wäre diese Art
durch Sammler in ihrer Existenz gefährdet; im übrigen ist diese Art
auch ohne Kenntnis der genauen Fundstelle unverwechselbar. Von mir
entdeckt 1954. Nr. FR 261. Typus wurde 1954 an die Städt. Sukk. - Samml.
in Zürich gesandt.
Es
ist offenbar eine echte Mimikry - Züchtung. Die Höckerchen haben etwa
die Farbe und Größe der kleinen Steinchen, mit denen der Erdboden
bedeckt ist, wo die Pflanzen wachsen. Stacheln würden die Köpfchen den
Augen der Guanacos, der wilden Lamas, verraten, welche die saftigen Rüben
aus dem Boden scharren; Ziegen und Esel gibt es dort nicht. Die Pflanze
ist so schwer erkennbar, daß man sich meist trotz Aufmerksamkeit auf
den Erdboden bücken muß, um sie nicht zu übersehen. Trotz
wiederholtem Begehen habe ich diese Pflanzen fast nur an einer winzigen
Stelle von wenigen Quadratmetern finden können; hier stehen ein paar
Dutzend Exemplare. Das Foto des Natur - Exemplares ist keine Standort
- Aufnahme,
ist aber eine Pflanze, die dem Standort kurz zuvor entnommen worden war.
Ich habe, um den Standort nachzuahmen, den Boden um die blühende
Pflanze mit solchen [Seite 1085]
Steinchen bedeckt,
wie sie sich am Standort finden. Abb. 1019/1020 und 1023. Ein Farbbild
in BACKEBERG, Bd. 6, S. 3832. Ein weiteres Bild in Bd. 3 auf S. 1830
gleicht eher der Varietät BARQUITENSIS dieser Art, mit der Beschriftung
"NEOCHILENIA HYPOGAEA (RITTER)“; die Angabe daselbst von BACKEBERG, daß
ich HYPOGAEA RITTER Nr. FR 261 als "CHILEOREBUTIA“ bezeichnet hätte,
ist unrichtig.
29a. VAR.
BARQUITENSIS RITTER var. nov.
A
var. hypogaea recedit costis 11 - 16, ca 4 mm altis, arugosis; areolis
0,7 - 2 mm diam., 3 - 7 mm inter se remotis; spinis marginalibus 0
- 10,
centrali 0 - 1, usque ad 15 mm longi; petalis 12 mm longis, 4
- 5 mm latis;
habitat Barquito, Depart. Chañaral.
Unterschiede gegen VAR. HYPOGAEA: Rippen 11
- 16, ca 4 mm hoch, meist stark aufgelöst; Höcker im ganzen
gerundeter, stumpfer und etwas kleiner; Rippen - Trennfurchen stärker geschlängelt;
Körperoberfläche glatt, ohne die Riefen und Runzeln der VAR. HYPOGAEA.
Areolen 0,7 - 2 mm Durchmesser, meist mit 3 - 7 mm freier Entfernung. Stacheln
von gleichem
Aussehen, fehlend oder bis 10 Randstacheln von 0,5 - 3 mm Länge, zuweilen bis über
5 mm, dazu öfters 1 abstehender, bis 15 mm langer Mittelstacheln;
Stachellosigkeit ist weniger häufig als bei VAR. HYPOGAEA. Petalen 12 mm
lang und 4 - 5 mm breit (bei 2 Exemplaren), also schmaler als bei VAR.
HYPOGAEA, sehr ausgebreitet, so daß sie im Hochstand dem Scheitel
aufliegen.
Samen mit etwas größerem und weniger
ventralem Hilum.
Typusort BARQUITO bei Chañaral, nur
stellenweise. Von mir entdeckt 1956. Nr. FR 654, in der Original - Veröffentlichung
der COPIAPOA HYPOGAEA aufgeführt als COPIAPOA BARQUITENSIS RITTER nom.
nud. Abb. 1021/1022
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