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28.)
COPIAPOA CINERASCENS (S.-D.) Br. & R. 1922 und
COPIAPOA CINERASCENS var.
INTERMEDIA
syn. ECHINOCACTUS CINERASCENS S.-D. 1845, Allg. Gartenztg.,
S. 387
syn. ECHINOCACTUS COPIAPENSIS PFEIFF. 1847
syn. ECHINOCACTUS CONGLOMERATUS PHIL. 1860
Diese
Art wurde von SALM-DYCK veröffentlicht mit folgender Diagnose:
"Echinocactus
caule subgloboso cinerascenti-lurideviridi, vertice lanato, 20-costato,
costis subcompressis repandis, ad pulvillos tuberculatoinflatis,
pulvillis conflatis retundatis cinereo-tomentosis, aculeis exterioribus
8, inferioribus sensim longioribus, radianter intertextis, centralibus 2
validioribus, omnibus rigidissimis cinereis; floribus luteis, laciniis
exterioribus latiusculis acutis,apice rubicundis saepe recurvulis,
interioribus erectis planiusculis, lato-lanceolatis erosodentatis.“
"ECHINOCACTUS
von graulich-fahlgelbem Grün, Scheitel bewollt 20-rippig, Rippen etwas
zusammengedrückt, an den Areolen ausgeschweift höckerig aufgeblasen, Areolen
gedrängt, rundlich, graufilzig; 8 äußere Stacheln, die unteren allmählich
länger, seitlich verflochten, Mittelstacheln zwei stärkere, alle sehr starr und
grau. Blüte gelb, die äußeren Petalen ziemlich breit, spitz, mit roten,
oft etwas zurückgekrümmten Spitzen, die inneren aufrecht, etwas
abgeflacht, breit-lanzettlich, ausgenagt-gezähnelt.“
SALM-DYCK fügt
(in "Cacteae in Horto Dyckensi 1850) hinzu, daß der Durchmesser 3-4 Zoll
betrage, die Areolen 6-8 mm entfernt seien, die äußeren Stacheln 10-12 mm lang
seien, die inneren aufrecht und 18-20 mm lang, der Griffel dick und hohl,
die Narben 8, aufrecht und gelb.
Daß
es sich hier um eine COPIAPOA handelt, ist nie bezweifelt worden. Die
zwei Jahre danach erfolgte Beschreibung des ECHINOCACTUS COPIAPENSIS
PFEIFF., dessen Herkunft von Copiapó angegeben wird, stimmt so gut mit
der vorliegenden überein, daß man ihn allgemein, und wohl richtig, als
synonym mit CINERASCENS S.-D. betrachtet hat. Mir ist nur eine COPIAPOA-Art
bekannt geworden, auf welche SALM-DYCKs Beschreibung ausgezeichnet
zutrifft; sie findet sich an den Küsten um CHAÑARAL. Wir werden daher
keine Bedenken tragen, diese Art als den korrekten ECHINOCACTUS
CINERASCENS S.-D. zu betrachten.
Er
ist sehr viel verwechselt worden. Es fällt auf, daß in den alten
Beschreibungen die COPIAPOA MEGARHIZA BR. & R. fehlt, die bei Copiapó
wächst, denn alles, was es bei Copiapó in weiter Umgebung wächst,
wurde damals nach Europa eingeführt, Die Erklärung ist darin zu sehen,
daß man sie mit CINERASCENS in eins genommen hat. Erst Br. & R.
haben die Trennung vorgenommen. Ich mußte weiterhin die COPIAPOA
CALDERANA abtrennen (BACKEBERGs im gleichen Jahr publizierte COPIAPOA
LEMBCKEI), die der MEGARHIZA ähnelt und gewiß ebenfalls mit
CINERASCENS in eins genommen wurde. Ebenso fehlt auffallenderweise in
den alten Beschreibungen die gemeinste COPIAPOA, die gewiß oft nach
Europa kam, die COPIAPOA COQUIMBANA; sie wurde erst 1886 von RÜMPLER
beschrieben. Man hatte sie wohl ebenfalls mit CINERASCENS verwechelt.
Auch der Museumsdirektor PHILIPPI in Santiago hatte sein vor RÜMPLER
bei Coquimbo gesammeltes Herbarexemplar der COPIAPOA COQUIMBANA fälschlich
als ECHINOCACTUS CINERASCENS etikettiert. Ebenso wird die südlichste COPIAPOA,
die COPIAPOA PENDULINA RITT, von FRAI JORGE, fälschlich aufgeführt als
COPIAPOA CINERASCENS in der Monographie der Flora von FRAI JORGE durch
SKOTTSBERG (Acta Horti Gotoburg., Tom. 18 von 1948, S. 113). Ich gebe
daher hier eine genauere Beschreibung der COPIAPOA CINERASCENS nach
eigenen Feststellungen, um diese Art eindeutig festzulegen:
Körper
stärker sprossend, große hell graugrüne Gruppen bildend; Köpfe
ziemlich flach bis halbkuglig, etwa 8-15 cm Durchmesser, etwas weichfleischig,
mit großer harter Rübenwurzel mit etwas verengtem Hals; Scheitel stark
grauweißfilzig. Rippen 15 bis über 20, etwa 1 cm hoch, stumpf, über den Areolen
gehöckert, darunter Kerben, so daß die Areolen etwas hängend sind, Rippen
an den Areolen verdickt. Areolen mit langem gauweißem Filz, rund, 5-8 mm
Durchmesser,
ca 3-7 mm freie Entfernung. Randstacheln braun, vergrauend, oder weißlich,
dunkel gespitzt, 7-9, 5-15 mm lang, dick nadelförmig, gerade, ziemlich
seitlich gerichtet; Mittelstacheln 1-4, pfriemlich, braun, gerade oder wenig gekrümmt,
1-2 cm lang.
Blüte
(registriert 7 Blüte verschiedener Exemplare) mit COPIAPOA-Duft, 27-37 mm
lang, Öffnung etwas geringer weit als Blütenlänge. Ovarium blaß, ganz
schuppenlos. Nektarkammer 1,5-3 mm hoch, halboffen.
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schmal dreieckigen purpurnen Schuppen, Öffnung ca 1 cm weit. Filamente
schwefelgelb, untere 15-18 mm lang, obere ca 13 mm, Beutel groß,
zitrongelb, bei 1/2 bis 3/4 Höhe der Petalen. Griffel schwefelgelb, 2-3 cm
lang, mit 8-13 nur 1-2 mm langen, unten miteinander verwachsenen,
zitrongelben Narbenlappen, welche die Beutel wenig überragen. Petalen schwefelgelb, 10-20 mm lang, 5-7 mm breit, oben gerundet oder kurz
zugespitzt, die äußeren mit etwas purpurnen Enden.
Frucht
10-15 mm lang, 10-12 mm dick, rötlich oder rot, meist ganz schuppenlos,
zuweilen mit 1-2 kleinen Schüppchen am Napfrand.
Samen
ca 1,2 mm lang, 0,8 mm breit, 0,5 mm dick, schwarz, glänzend, sehr fein
und flach gehöckert, Hilum schräg ventralseits, weiß, oval, fast bis
zur halben Samenlänge reichend. Herkunft im Original nicht angegeben.
Meine Beschreibung nach Exemplaren von 11 bis 25 km nördlich von CHAÑARAL
an der Küste; wächst auch an flacheren Küstenstrekken südlich von
BARQUITO. Steht am nächsten der COPIAPOA CALDERANA, von der sie sich
namentlich unterscheidet durch den gedrungeneren Wuchs, die höhere Zahl
der Rippen, deren deutlichere Höckerung und die Lage der Areolen auf der
Unterseite der Höcker. Von der nahestehenden COPIAPOA MEGARHIZA
unterschieden namentlich durch die Körperfarbe, die zahlreicheren Rippen
und die Lage der Areolen . Neotypus wurde von mir gesandt 1958 an die Städt.
Sukk.-Samml. in Zürich. Nr. FR 524. Abb. 1015/1016.
BACKEBERG
kannte COPIAPOA CINERASCENS nicht, denn seine Abb. 1839 in seinem Band
3, beschriftet als COPIAPOA CINERASCENS, ist eine völlig andere Art, nämlich
COPIAPOA FIEDLERIANA (siehe dort), während seine "COPIAPOA APPLANATA
BACKEBERG spec. nov.“, S. 1913, in Wahrheit COPIAPOA CINERASCENS ist,
und zwar ist es offenbar die im ganzen südlichere VAR. INTERMEDIA dieser
Art (siehe dort). Die Original-Beschreibung, welche S.-D. lieferte, paßt
besser zu der nördlicheren Varietät, so daß ich diese als den
Arttypus genommen habe. ECHINOCACTUS CONGLOMERATUS PHIL. muß ebenfalls
ein Synonym von ECHINOCACTUS CINERASCENS sein, auch wenn PHILIPPI eine
unzutreffende Fundort-Angabe machte, denn dort gibt es keine Kaktee,
welche seiner Beschreibung entspräche, wie ich unter COPIAPOA SOLARIS
ausführte.
28a.
VAR. INTERMEDIA RITTER nom. et comb. nov.
syn.
COPIAPOA APPLANATA BACKEBERG 1959 in Die Cactaceae, Bd. 3, S. 1913
A
var. cinerascenti recedit corpore minus proliferanti, caulibus ad 10 cm
crassis, areolis 3-5 mm diam., ca 7 mm inter se remotis, spinis
marginalibus 5-8, 1-2 cm longis, centralibus 1-3 cm longis; floribus 25-30
mm longis, magis explanatis, ovario compluribus squamis praedito, camara
nectarifera 2,5-5 mm alta; habitat Barquito, Depart. Chañaral.
Der
Name erscheint erstmals als COPIAPOA INTERMEDIA RITTER nom. nud. im
Katalog H. WINTER 1958, nachdem der Same bereits seit 1955 unter der Nr.
FR 216 angeboten worden war. Die Diagnose der synonymen COPIAPOA APPLANATA
BACKEBERG ist völlig ungenügend und ohne Herkunfts-Kenntnis, so daß man
ohne die Fotos die Identität mit COPIAPOA CINERASCENS VAR. INTERMEDIA
nicht nachweisen könnte.
Unterschiede
gegen VAR. CINERASCENS:
Pflanzen geringer sprossend, Köpfe 6-10 cm Durchmesser, mit 13-22 Rippen. Areolen kleiner, 3-5 mm
Durchmesser, mit etwa 7 mm freier Entfernung. Randstacheln 5-8 von 1-2
cm, Mittelstacheln 1-3 von 1-3 cm.
Blüte
(registriert 5 Blüte verschiedener Exemplare vom Typusort) 25-30 mm lang
mit etwa ebensoweiter Öffnung. Ovarium immer mit einigen (bis ca 7)
Schuppen von 2-7 mm Länge, die meisten am oberen Ende. Nektarkammer 2,5-5 mm
hoch. Beutel creme- bis goldgelb, überragen meist wegen der
ausgebreiteteren Petalen dieselben. Griffel 15-20 mm lang, die 8-9
Narbenlappen überragen nicht die Beutel. Petalen 10-16 mm lang, 4-6 mm
breit. Frucht grünlichweiß, seltener rot.
Typusort
BARQUITO bei CHAÑARAL.
Wächst
auf bergigem Gelände, während VAR. CINERASCENS auf dem ebeneren Vorgelände
der Küstenberge wächst. Von mir entdeckt 1954. Nr. FR 216. Abb.
1017/1018. Hierher gehören die beiden Pflanzen der Abb. 1843 in BACKEBERG
Bd. 3, S. 1913, beschriftet als "COPIAPOA APPLANATA BACKEBERG“. Von den
beiden Sämlings-bildern in BACKEBERG Bd. 6, S. 3833, beschriftet "COPIAPOA
INTERMEDIA RITTER“, kann das obere einer VAR. INTERMEDIA entsprechen,
das untere wird wohl auch eine COPIAPOA CINERASCENS sein, auch wenn der
Habitus der Höcker ungewöhnlich ist.
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