Copiapoa - Living on the Edge
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Kakteen in Südamerika

Friedrich Ritter

Band 3: Chile

II. Untergattung: COPIAPOA

Sektion 4 (17 Arten)


27.) COPIAPOA CALDERANA RITTER 1959, "Cactus" Nr. 65, S.197
syn. COPIAPOA LEMBCKEI BACKEBERG 1959, "Die Cactaceae“, Bd. 3, S. 1922

[Seite 1073]

Körper einzeln oder locker sprossend, kuglig, später verlängert, 5-10 cm dick, hell graugrün, ohne weiße Bereifung, mit langer dünner harter Rübenwurzel mit sehr verengtem Hals, der sehr leicht abbricht, mit grauem Wollscheitel. Rippen 10-17, breit und stumpf, 6-10 mm hoch, nahezu ungekerbt und ungehöckert, beim Sämling in Höcker aufgelöst. Areolen grau, im Alter schwarz, 4-7 mm Durchmesser, rund, bei leichter Kerbung der Rippen in den Kerben sitzend, 3-7 mm freie Entfernung. Stacheln pfriemlich bis dick nadelförmig, gerade oder nahezu gerade, schwarz bis braun, vergrauend; 4-7 Randstacheln, 10-15 mm lang, die unteren am längsten; ein, selten zwei Mittelstacheln, 15-30 mm lang. 

Blüte (registriert 4 Blüte verschiedener Exemplare) duftend, 25-35 mm lang, ebenso weit öffnend, über dem Ovarium außen eine leichte Einschnürung. Nektarkammer 2-3 mm hoch, 3-4 mm weit, halboffen. Rö. darüber blaßgelb, mit wenigen großen rotbraunen Schuppen, trichterig, 6-9 mm lang, oben 10-12 mm weit. Filamente blaßgelb, untere 10-12 mm lang, obere ca 8 mm, Insertionen unten auf 2-3 mm zahlreich, darüber bis zum Saum wenige; unterste Filamente gegen den Griffel, obere der Rö. genähert, Beutel zitron- bis goldgelb. Griffel blaßgelb, ca 15 mm lang, 2 mm dick, mit 9-12 spreizenden gelben Narbenlappen von 4-5 mm, etwa in Höhe der obersten Beutel. Petalen 13-15 mm lang, 5-7 mm breit, ausgebreitet, un­ten schmaler, oben gerundet oder kurz zugespitzt, hellgelb, die äußersten mit rötlichen Endzipfeln. Frucht 10-15 mm lang, 7-12 mm dick, kahl, blaßgrün, oben meist braunrötlich, meist mit einigen 2-5 mm langen, ca 2 mm breiten braunrötlichen Schuppen am oberen Ende, zuweilen schuppenlos. 

Samen 1,5 mm lang, 1,0 mm breit, 0,6 mm dick, dorsal stark gewölbt und gekielt, schwarz, glänzend, sehr fein ausgeflacht gehöckert; Hilum halb ventralseits, weiß, oval, 0,7 mm lang. 

Typusort Küste nördlich von CALDERA, Depart. Copiapó. 

Diese Art ist nahe verwandt mit COPIAPOA CINERASCENS, die weiter nördlich wächst, außerdem mit COPIAPOA MEGARHIZA, die weiter südöstlich wächst. Letztere unterscheidet sich namentlich durch weiße Körperbereifung auf graugrünem Grund, etwas höckerige Rippen, zahlreichere Randstacheln und Mittelstacheln, von denen die letzteren kaum länger als die ersteren sind, größere Samen, die glatter sind und deren Hilum stärker basalwärts liegt und fast doppelt so lang ist. Von mir entdeckt 1956. COP. LEMBCKEI BACKEBERG mit einer ungenügenden Diagnose ohne Blüte-und Samen -Kenntnis und ohne die geforderte Typus-Angabe ist die gleiche Art aus derselben Gegend. Samen von COPIAPOA CALDERANA wurde durch die Firma H. WINTER 1957 verbreitet unter dem Namen COPIAPOA PEPINIANA und ab 1958 als COPIAPOA CALDERANA. Nr. FR 507. Typus 1958 gesandt an die Städt. Sükk.-Samml. in Zürich. Abb. 1011/1012. Eine weitere Abb. in "CACTUS“ 1. c. eines sehr langstachligen, also hinsichtlich Bestachlung nicht besonders typischen Exemplares.

Abb. in BACKEBERG, Bd. 3, Tafel 160, beschriftet "COPIAPOA LEMBCKEI BACKEBERG“ ist dasselbe. Sämlingsbilder in BACKEBERG, Bd. 6, S. 3818, beschriftet "COPIAPOA CALDERANA RITTER“ Sämlinge können bei Besonnung braun werden, so daß der untere braune Sämling der Abb. nichts Ungewöhnliches ist. BACKEBERG weist im Text darauf hin, wie sehr sich die Sämlin-ge von den alten Pflanzen unterscheiden. Aber das gilt allgemein bei COPIAPOA. Sämlinge zeigen noch nicht oder sehr beschränkt die charakteristischen Merkmale der alten Pflanzen, obendrein fehlen bei ihnen die Blüte, Frucht und Samen. Sämlinge gleichen sich untereinander viel stärker als die gleichen Pflanzen im Blühalter, und auf Sämlinge hin Taxonomie in schwierigen Gattungen wie COPIAPOA zu betreiben, wie solches BACKEBERG versuchte, ist ein hoffnungsloses Beginnen. BACKEBERG glaubte, daß COPIAPOA LEMBCKEI (von deren Gleichheit mit COPIAPOA CALDERANA er nichts ahnte) der COP. CINEREA nahe stehe, der er aber in Wahrheit sehr fern steht, ferner als den meisten sonstigen COPIAPOA-Arten. Eine nähere Verwandtschaft wird nur mit den Arten der gleichen Sektion bestehen, namentlich mit MEGARHIZA und CINERASCENS, also mit Arten, die in unmittelbarer Nachbarschaft wachsen.


27a. VAR. SPINOSIOR RITTER var. nov

.A var. calderana recedit costis 7-13 mm altis; spinis marginalibus 6-9, 10-25 mm longis, centralibus 1(-3), 2-4 cm longis; seminibus minoribus; habitat Barquito, 20 km ad meridiem versus, Depart. Copiapó.

Unterschiede gegen VAR. CALDERANA: 

Körper meist ein wenig größer. Rippen (9-)11-14(-16), 7-13 mm hoch. Randstacheln 6-9, 10-25 mm lang, Mittelstacheln meist 1, zuweilen bis 3, 2-4 cm lang.

Samen etwas kleiner.

Typusort ca 20 km südlich BARQUITO, Depart. Copiapó. Nr. FR 1316 und 722. Abb. 1013.

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