Als Herkunft gibt SCHUMANN
an: "In Chile, am Strand von HUASCO, dem Hafen von Vallenar: SÖHRENS
Nr. 28.“ Seine Beschreibung stimmt dazu mit Ausnahme der Blüte-Länge
von 5 cm; anscheinend liegt hier ein Irrtum vor oder eine bloße Schätzung.
Ich gebe im Folgenden eine Beschreibung nach eigenen Notierungen:
Körper etwas stärker
sprossend, graugrün, später stärker vergrauend, mit dicker Wurzelrübe
mit etwas verengtem Hals. Köpfe halbflach bis kuglig, nicht säulig
werdend, ca 5-8 cm Durchmesser mit flachem weißfilzigem Scheitel. Rippen
15-20, ca
1 cm hoch, tief gekerbt, die Kerben über den Areolen; Höcker unter den
Areolen,
mit starken, meist nach außen gerichteten Kinnen; Rippen an den Höckern
verbreitert, an den Kinnen schmal, Rippen- Trennfurchen stark geschlängelt.
Areolen rundlich bis oval, etwas kahnartig in die Höcker eingesenkt, nicht
in die Kerben hinabreichend, nicht nach hinten abwärts gerichtet, 4-7
mm Durchmesser, grau, 8-20 mm freier Abstand. Stacheln schwarz bis braun,
vergrauend; Randstacheln 4-8, stärker körperwärts gebogen, die kürzeren auch gerade,
dick nadelförmig bis pfriemlich, 8-30 mm lang.
Blüte (zwei Blüte verschiedener Exempare am Typusort) 25-30 mm
lang, geruchlos. Nektarkammer 4-5
mm hoch, offen. Rö. darüber trichterig, mit wenigen breiten roten
Schuppen. Filamente 13-15 mm lang, obere und untere ziemlich gleichlang,
hellgelb, Beutel goldgelb. Griffel blaßgelb, die 6-9 goldgelben Narbenäste
nur etwa in Höhe der unteren Beutel. Petalen 15-18 mm lang, 5-7 mm breit,
etwas gerundet zugespitzt bis stumpf, innere zitrongelb, äußere nach
oben mit rotem Mittelstreif.
Frucht 10-15 mm lang, 7-10 mm
dick, grünlich, nach oben mehr braun, mit wenigen langen rötlichen
Schuppen am Napfrand.
Samen ca 1,4 mm lang, 1,1 mm
breit, 0,7 mm dick, ohne ventrale Kerbe; Testa schwarz, matt oder etwas
glänzend, sehr fein gehöckert; Hilum schief ventralwärts, langoval,
Mikropyle eingeschlossen. Verbreitung von HUASCO nordwärts bis über
CARRIZAL BAJO hinaus. Nr. FR 251. Abb. 999.
BACKEBERG hat ECHINOCACTUS
FIEDLERIANUS K. SCH. als eine Varietät von ECHINOCACTUS PEPINIANUS K.
SCH. aufgefaßt. Der letztere ist aber, wie ich unten ausführe, eine
nicht klärbare Kakteenart. Zur Begründung seiner Umkombination
schreibt BACKEBERG in Bd. 3, S. 1919: "Wird in Kultur dem Arttypus
oft so ähnlich, bis auf den fehlenden Mittelstacheln, daß ich die Pflanze hier
als var. einbezog“; und auf S. 1899 erklärt BACKEBERG in seinem
Artenschlüssel bei COPIAPOA PEPINIANA: "Kinnhöcker auch stärker
vorspringend“, und bei "VAR. FIEDLERIANA“: ,,Ohne Mittelstacheln, Kinnhöcker
nicht immer und nur schwächer ausgebildet.“
Das ist unrichtig:
SCHUMANN schreibt bei ECHINOCACTUS FIEDLERIANUS: "Höcker..., die
am Grund stark kinnförmig ausgezogen sind“, und so ist es auch sowohl
an Natur- wie an Kulturexemplaren, während er bei ECHINOCACTUS
PEPINIANUS schreibt: "sie unten kinnförmig vorgezogen sind“.
Zudem hat COPIAPOA FIEDLERIANA sehr häufig, wenn nicht zumeist einen
starken Mittelstacheln, was BACKEBERG eigentlich wissen müßte, da er am Typusort
Huasco sammelte. Er kann sich nicht auf SCHUMANN berufen, denn dieser
gibt bei ECHINOCACTUS FIEDLERIANUS an: "4-6 Stacheln", ohne zu erwähnen,
ob ein Mittelstacheln darunter ist.
Was SCHUMANN als ECHINOCACTUS PEPINIANUS
beschrieben hat, läßt sich aber heute überhaupt nicht mehr
feststellen, vielleicht war es eine ISLAYA; was jedoch BACKEBERG dafür
hält, fällt unter ECHINOCACTUS FIEDLERIANUS K. SCH..
Was BACKEBERG für
letzteren als kennzeichnend hervorhebt, um ihn von ECHINOCACTUS
PEPINIANUS zu trennen, ist falsch. Da die scharfen Kinne das
hervorstechendste Merkmal der COPIAPOA FIEDLERIANA sind, sind die beiden
Abbildungen 1850 und 1851 bei BACKEBERG, welche kinnlose oder fast
kinnlose Exemplare zeigen, offenbar nicht das, was die Beschriftung
angibt: "COPIAPOA PEPINIANA VAR.FIEILERIANA“, dagegen scheint
seine Abb. 1849, beschriftet als "COPIAPOA PEPINIANA (SCHUM.)
BACK.?“, eine COPIAPOA FIEDLERIANA zu sein. Aber dies ist eine andere
Art als Abb. 1848, welche ebenfalls "COPIAPOA PEPINIANA (SCHUM.) BACKEBERG“ beschriftet ist, diesmal ohne Fragezeichen. Nach dem Aussehen
ist letztere vermutlich eine COPIAPOA COQUIMBANA. Jedoch ist die Abb.
1844, beschriftet als "COPIAPOA MEGARHIZA BR. & R.“, mit
Bestimmtheit nicht diese Art, sondern COPIAPOA FIEDLERIANA, auch wenn
BACKEBERG im Text erklärt, daß er diese Pflanze vom Typusort (Copiapó)
erhalten habe (wo außer COPIAPOA MEGARHIZA nach meinen häufigen
Begehungen keine andere COPIAPOA-Art wächst); das ist, wie so häufig,
eine falscher Herkunftsangabe. Außerdem ist Abb. 1839, beschriftet als
"COPIAPOA CINERASCENS“, in Wahrheit eine COPIAPOA FIEDLERIANA: das zeigen die Kinne, die eingesenkten Areolen,
die stärker geschlängelten Trennfurchen und die Bestachlung. Die
Beschriftungen einer sehr bedeutenden Anzahl von Abbildungen in
BACKEBERGs Schriften beruhen nur auf oft schlechten Mutmaßungen oder
auf irgendwelchen unsicheren Indizien, auch wenn sie ohne Fragezeichen
gesetzt wurden.