Copiapoa - Living on the Edge
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Kakteen in Südamerika

Friedrich Ritter

Band 3: Chile

II. Untergattung: COPIAPOA
Sektion 4 (17 Arten)

[Seite 1073]

21.) COPIAPOA PSEUDOCOQUIMBANA RITTER 
21a. COPIAPOA PSEUDOCOQUIMBANA VAR. VULGATA RITTER 1963, Taxon 12 (1), S. 30

syn. COPIAPOA COQUIMBANA BR. & R., The Cactaceae III, S. 87, 
       non ECHINOCACTUS COQUIMBANUS RUEMPL. 1886 (siehe S. 1074).

Körper grün, große Gruppen mit dichtstehenden Köpfen bildend, etwa 20-50 cm hoch; meist dicke lange Wurzelrübe mit verengtem Hals, manchmal ist die Rübe gering entwickelt oder kann auch fehlen; Köpfe 5-10 cm dick, mit hellbraünem vergrauendem flachem Filzscheitel. Rippen 10-18, 8-15 mm hoch, gering gekerbt, die Höcker ohne Kinne, Rippen beim Sämling in Höcker aufgelöst. Areolen erhaben, rund, 6-10 mm Durchmesser, auf den Höckern, nicht nach hinten gerichtet, freier Abstand 3-12 mm. Stacheln neu schwarzbraun, schnell vergrauend, Randstacheln 7-9, seitlich gerichtet, 15-30 mm lang, dick nadelförmig, gerade bis gekrümmt, 1-2 cm lang, Mittelstacheln 1-3, etwas dicker, meist gerade, abstehend, 20-45 mm lang. 

Blüte (2 Blüte am Typusort von verschiedenen Exemplaren) etwas duftend, 27-36 mm lang. Ovarium blaßgrün, 4-7 mm lang, 6-9 mm dick, mit Schuppen am oberen Rand, haarlos. Nektarkammer tassenförmig, 2-3 mm hoch. Rö. darüber trichterig bis schüsselförmig, 7-12 mm lang, oben 12-18 mm weit, mit wenigen rotbraunen Schuppen von 10-15 mm Länge. Filamente hellgelb, 5-12 mm lang, Insertionen unten sehr dicht, nach oben wenige bis zum Saum, Beutel creme bis goldgelb. Griffel blaßgelb, 16-22 mm lang, wovon ca 2 mm auf die 9-12 hell- bis dun gelben Narbenäste kommen, welche die Beutel kaum überragen. Petalen hell schwefelgelb, ausgebreitet, 15-22 mm lang, 7-8 mm breit, spatelförmig, oben gerundet, die äußeren öfters mit rotem Mittelstreif. 

Frucht nach unten blaßgrün, nach oben rotbraun, etwa kuglig, ca 10-15 mm Durchmesser, am oberen Rand mit bis 8 zugespitzten rotbraunen Schuppen bis 8 mm Länge, die auch ganz fehlen können. 

Samen kleiner als bei COPIAPOA COQUIMBANA, ca 1,5 mm lang, 1,2 mm breit, um das Hilum nicht gewulstet; Testa etwas glänzender, Höckerung flacher. 

Typusort nahe der Stadt COQUIMBO an der Küste. Verbreitung von da über 20 km nach Osten und bis FRAI JORGE nach Süden. FR-Nr. 230. Abb. 1005. 

Ein Sämlingsbild in BACKEBERG, Bd. 3, Abb. 1338. Die beiden Abb. ebenda 1836 und 1837, ebenfalls beschriftet als COPIAPOA COQUIMBANA, scheinen nicht zu dieser Art zu gehören, da sie in Berippung und Bestachlung stärker abweichen.

21. COPIAPOA PSEUDOCOQUIMBANA RITT . Var. PSEUDOCOQUIMBANA 1963, Taxon 12 (1), S. 30

Unterschiede gegen VAR. VULGATA: Stacheln braun, nadelförmig; Randstacheln 8-12, 10-20 mm lang, Mittelstacheln 2-7. 

Blüte (registriert 7 Blüte verschiedener Exemplare am Typusort): 30-45 mm lang. Narbe ca 2,5-5 mm lang, hellgelb, mit meist einigen Ästen mehr. Petalen 18-30 mm lang, 8-12 mm breit. 

Frucht mit 4-10 Schuppen von 4-12 mm Länge. 

Samen ohne auffallende Unterschiede. 

Typusort untere CHOROS-Schlucht, Depart. La Serena. Nr. FR 1086. Abb. 1003/1004 und 1008. Verbreitung von da bis halbwegs nach La Serena. Uber die Veranlassung zur Namengebung PSEUDOCOQUIMBANA siehe S. 1074. Da diese Varietät in ihrer Stacheltracht auf den ersten Blick am stärksten von COP. COQUIMBANA abweicht, habe ich sie zum Arttypus ausersehen.

21b.  VAR. CHANIARENSIS RITTER var. nov.

A var. vulgata recedit corpore griseoviridi; spinis crassioribus, subulatis, marginalibus curvatis, centralibus 1, crasse subulata; fructu paulum longiore quam crasso, 4-8 squamis, 4-12 mm longis praedito; habitat Carrizalillo, Depart . Freirina, Chile.

Unterschiede gegen VAR. VULGATA: Körper etwas graugrün. Areolen gering oder nicht nach hinten gerichtet. Stacheln dicker, pfriemlich, Randstacheln gekrümmt, Mittelstacheln 1, dick pfriemlich. 

Frucht etwas länger als dick, mit 4-8 Schuppen von 4-12 mm Länge, die meisten am Napfrand. 

Samen ohne auffallende Unterschiede. 

Typusort CARRIZALILLO, Depart. Freirina; benannt nach der CHANIAR-Bucht in der Nähe von CARRIZALILLO. In der Bestachlung sehr ähnlich COPIAPOA COQUIMBANA, jedoch erweisen die rübigenghalsige Ausbildung der Wurzeln, die Blüte und die Samen eindeutig die Zugehörigkeit zu COP. PSEUDOCOQUIMBANA. Uberdies wächst diese Varietät völlig getrennt vom weiten Hinterland der COP. COQUIMBANA, während sie südwärts in den Typus der Art PSEUDOCOQUIMBANA übergeht. Nr. FR 230a. Abb. 1006.

21c. VAR. DOMEYKOENSIS RITTER var. nov.

A. var. vulgata recedit corpore griseoviridi; costis 7-12 mm altis; spinis brunneis, subulatis; floribus 30-45 mm longis; stigmatibus 12-16, 2-4 mm longis; fructu viridibrunneo, 6-12 squamis brunneis praedito; seminibus levibus; habitat Domeyko, 18 km ad meridiooccidentem versus, Prov. Copiapó, Chile.

Unterschiede gegen VAR. VULGATA: Körper graugrün bis bläulichgraugrün, immer mit starker Wurzelrübe mit verengtem Hals. Rippen 7-12 mm hoch. Areolen nicht oder nur gering nach hinten gerichtet. Stacheln braun, vergrauend. 

Blüte (registriert 6 Blüte verschiedener Exemplare am Typusort) 30-45 mm lang, mit geringem oder fehlendem Duft. Nektarkammer 3-5 mm hoch. Narbe 12-16-teilig, 2-4 mm lang. Petalen 13-25 mm lang, 6-12 mm breit, die inneren immer hell zitrongelb, die äußeren mit schmalem bis breitem rotem Mittelstreif. 

Frucht meist etwas länger als dick, nach unten blaß, nach oben grünbraun, mit 6-12 braunen langen zugespitzten, über dem Napf zusammengeneigten, bis 10 mm langen, 2-4 mm breiten Schuppen, fast nur am Napfrand. 

Samen glänzend, glatt, sonst etwa wie VAR. VULGATA. 

Typusort 18 km südwestlich von DOMEYKO, Grenzgebiet der Departamente Freirina und Huasco. Nr. FR 1091. Abb. 1007

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