Copiapoa - Living on the Edge
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Kakteen in Südamerika

Friedrich Ritter

Band 3: Chile

II. Untergattung: COPIAPOA
Sektion 3 (9 Arten)

[Seite 1072]

18.) COPIAPOA TOCOPILLANA RITTER spec. nov.

Plerumque solitaria, glaucina vel paulum griseoviridis, globularis vel elongata, vertice in aetate albotomentose, radice longa rapacea collo coartato; costae (7-)10-14, profunde crenatae, 4-8 mm altae; areolae in summis tuberculis, 3-5 mm diam., albotomentosae, 5-10 mm inter se remotae; spinae aciculares, brunneae vel atrae, subrectae, marginales 10-12, 10-25 mm longae, centrales 1-4, 1-3 cm longae; flores ca 25 mm longi; camara nectarifera tubiformis, 1-1,5 mm longa, semiclausa; tubus floralis supra eam 7-8 mm longus; filamenta 5-7 mm longa; stylus 10-12 mm longus, stigmata 6-7; petala 10-12 mm longa, 2,5-4 mm lata, mucronata, citrina, exteriora virga mediae partis fusca; fructus 0-4 squamis fuscis, 3-5 mm longis distributis praeditus, glaber vel flocculis albis instructus; semina ca 1,4 mm longa, 1,0 mm lata, 0,7 mm crassa, atra, vix tuberculosa, nitida, hilo basali; habitat Tocopilla, Chile borealis.

Körper meist einzeln, etwas bläulichgrün bis etwas graugrun, kuglig oder bis auf ca das Dreifache verlängert; Wollscheitel nur im Alter, weiß, bestachelt; einfache oder mehrteilige, ziemlich harte, 10-30 cm lange und 2-3 cm dicke Wurzelrübe mit dünnem Hals von bis zu 10 cm Länge. Rippen (7-)10-14, bei jungen Pflanzen ganz in Höcker aufgelöst, später deutlich, meist gedreht, mit starken runden stumpfen Höckern von 4-6 mm Höhe und Breite, oft mit etwas Kinn unter den Areolen. Diese oben auf den Höckern, rundlich, 3-5 mm Durchmesser, 5-10 mm freier Abstand, mit weißem vergrauendem Filz. Stacheln nadelförmig, gerade oder etwas aufwärts gebogen, nach der Basis weißlich, nach oben braun oder schwarz; Randstacheln 10-12, 10-25 mm lang, alle nahezu gleichlang, meist rings um die Areolen, seitlich oder halb ausseits gerichtet, Mittelstacheln kaum stärker, 1-4, 1-3 cm lang, ausseits gerichtet. 

Blüte (registriert 3 Blüte verschiedener Exemplare am Typusort) 23-25 mm lang, mit ca 20 mm weiter Öffnung, geruchlos, mehrere Tage öffnend, nachts schließend. Ovarium fast kuglig, 3,5-5 mm Durchmesser, blaß, mit 0-4 verteilten rotbraunen linealischen, kurz zugespitzten Schuppen von 3-5 mm Länge und 0,5-1 mm Breite, haarlos oder mit kleinen weißen Wollflöckchen. Nektarkammer tubisch, 1-1,5 hoch, sehr eng, halb geschlossen durch die basalen Stbbl. . Rö. darüber trichterig, 7-8 mm lang, oben ebenso weit, innen hellgelb, außen blaß, mit wenigen rotbraunen, 7-10 mm langen, 2-3 mm breiten zugespitzten Schuppen, ohne Haare. Filamente hellgelb, 5-7 mm lang, die oberen die kürzeren; Insertionen bis zum Saum; Beutel und Pollen goldgelb. Griffel hellgelb, 10-12 mm lang, wovon 2-3 mm auf die 6-7 gespreizten gelben Narbenäste kommen. Petalen zitrongelb, Sättigung 4, die äußeren mit rotbraunem Mittelstreif; alle 10-12 mm lang, 2,5-4 mm breit, etwas lanzettlich, kurz bis lang zugespitzt.

Frucht rötlich oder bräunlichgrün.

Samen ca 1,4 mm lang, 1,0 mm breit, 0,7 mm dick; Testa schwarz, glänzend, fast glatt oder sehr fein gehöckert; Hilum ventral, oval, weißlich.

Typusort nördlich der Stadt TOCOPILLA; verbreitet nach Süden bis halbwegs von Tocopilla nach Antofagasta.

Es ist die nördlichste Art COPIAPOA. Näher verwandt mit COPIAPOA HUMILIS; diese unterscheidet sich namentlich durch weicheren Körper, andere Körperfarbe, flacheren Wuchs, im ganzen höhere Rippen und kleinere Areolen, stark duftende größere Blüte, immer haarlosen Ovarium mit kleineren  [Seite 1073]  Schuppen und diese nur am Napfrande, größere, weitere und offenere Nektarkammer, längere Stbbl., zahlreichere Narbenäste und breitere Samen . Von mir entdeckt 1960. Nr. FR 1057. Abb. 991/993.

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