Copiapoa - Living on the Edge
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Kakteen in Südamerika

Friedrich Ritter

Band 3: Chile

II. Untergattung: COPIAPOA
Sektion 3 (9 Arten)

[Seite 1070]

16.) COPIAPOA VARIISPINATA RITTER spec. nov.

Viridis, prolifera; caules 4-7 cm crassi, vertice depresso, sine velamento lanato; costae 14-22, 4-6 mm altae, crenatae tuberculis mammiformibus; areolae albitomentosae, orbiculares, 1,5-4,5 mm diam., in summis tuberculis, 3-8 mm inter se remotae; spinae brunneae, cinerascentes, rectae, marginales tenuiaciculares, 10-15, 3-10 (-20) mm longae, centrales paulum robustiores, 5-10, 5-10(-30) mm longae; flores ex vertice, 25 mm longi; ovarium squamosum; camara nectarifera 2 mm longa; tubus floralis supra eam 7 mm longus, ca 10 mm apertus, paucis squamis rutilis instructus; antherae aureae; stylus 15 mm longus, 8 stigmata aurea, 2,5 mm longa; petala sulfurea, 12 mm longa, 5 mm lata; semina ca 1,4 mm longa, 0,8 mm lata, 0,5 mm crassa, nigra, tenuiter tuberculosa, hilo ventraliter, albo, excelso; habitat Paposo, 50 km ad septentriones versus, Depart. Taltal, Chile.

Körper grün, oft von unten sprossend; Köpfe 4-7 cm dick, kuglig, im Alter etwas verlängert, weichfleischig; Scheitel meist vertieft, von dichten Stacheln überdeckt, ohne Filzkappe. Rippen 14-22, 4-6 mm hoch, mäßig bis tief gekerbt, mit mamillenförmigen Höckern. Areolen mit reichlichem weißem Filz, rund, 1,5-4,5 mm Durchmesser, auf dem Höckern, 3-5 mm freier Abstand. Stacheln meist dunkelbraun, seltener heller gelbbraun, schnell vergrauend, gerade; Randstacheln fein nadelförmig, seitwärts gerichtet, rings um die Areolen, 10-15, meist 3-8 mm lang, bei großstachligen Exemplaren bis 15 oder 20 mm lang; Mittelstacheln etwas stärker, 5-10, nach allen Richtungen, meist 5-10 mm lang, bei Exemplaren mit großen und entfernten Areolen und relativ wenigen Rippen 10 bis über 30 mm lang. 

Blüte (1 Blüte) aus dem Scheitel, mit COPIAPOA-Duft, 25 mm lang und bis 30 mm weit offen. Ovarium schuppenlos. Nektarkammer. 2 mm hoch, eng. Rö. darüber nach außen gebuchtet, 7 mm lang, oben 10 mm weit, mit wenigen rötlichgelben zugespitzten Schuppen. Filamente von Petalen-Farbe, die unteren 12 mm lang, die oberen 10 mm, Insertionen auf der ganzen Rö., Beutel godgelb (Farbe 2). Griffel mit über die Beutel ragender Narbe 15 mm lang, von Petalen-Farbe, Narbe goldgelb, 8-teilig, 2,5 mm lang. Petalen schwefelgelb (Farbe 1), Sättigung ca 4,, oben gerundet, 12 mm lang, 5 mm breit, die äußersten mit etwas rötlichen Enden oder Mittelstreif. 

Samen ca 1,4 mm lang, 0,8 mm breit, 0,5 mm dick, basal verdünnt, wenig glänzend, schwarz, fein dicht flach gehöckert; Hilum ventral, weiß, erhaben, elliptisch. 

Typusort 50 km nördlich von PAPOSO und 30 km südlich von BLANCO ENCALADA, auf Küstenbergen, Depart. Taltal. Von mir entdeckt 1968. Nr. FR 1447. Abb. 981/982.

Diese Art zeichnet sich durch eine außergewöhnlich große Variationsbreite aus, namentlich hinsichtlich ihrer Bestachlung. Wohl jeder, der die Exemplare der beiden Fotos allein sähe, würde sie für zwei verschiedene Arten halten; es handelt sich aber nur um die beiden Extreme einer fließenden Übergangsreihe, ohne daß diese Art mit einer anderen COPIAPOA -Art vergesellschaftet ist, mit der sie hybridisieren könnte. Verständlicher wird dies, wenn man bedenkt, daß es sich bei den grazileren Formen im wesentlichen um das Persistieren von Jugendmerkmalen im Alterszustand handelt: die Rippen bleiben niedrig, die Höcker klein, die Areolen klein, die Stacheln fein und kurz wie auf dem Jugendstadium; bei anderen Formen setzt sich später mehr oder weniger das viel gröber entwickelte Altersstadium durch. Ein derart unterschiedliches Verhalten findet sich auch bei bestimmten Arten anderer Kakteengattungen und hat dann zur unberechtigten Aufspaltung in mehrere Arten geführt. In solchen Fällen ist Taxonomie ohne Feldstudium nicht möglich

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 © 2001-2006 Paul Klaassen
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