Copiapoa - Living on the Edge
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Kakteen in Südamerika

Friedrich Ritter

Band 3: Chile

II. Untergattung: COPIAPOA
Sektion 3 (9 Arten)

[Seite 1065]

13.) COPIAPOA TALTALENSIS (WERD.) LOOSER 1929, Rev. Chil. Hist. Nat. 33

syn. ECHINOCACTUS TALTALENSIS WERD. 1929, Notizbl. Bot. Gart. Bln, Nr.97

In BACKEBERGs Handbuch wird in Bd. 3, S. 1912 diese Art als “COPIAPOA TALTALENSIS (WERD.) LOOS.“ angegeben, in Bd . 6, S. 3829 als “COPIAPOA TALTALENSIS WERD.“ Dazu schreibt BACKEBERG auf S. 3831: “Meines Erachtens muß ein Beschluß darüber gefaßt werden, wie die WERDERMANN‘sche Doppel-fassung in BACKEBERG 'Neue Kakteen' zu verstehen ist. . . .WERDERMANN selbst sagte, er sei hierin BERGER‘s Vorbild gefolgt....In 'Neue Kakteen', 1931, wird der Name von WERDERMANN, unter der Rubrik “COPIAPOA BR. & R.“ aufgeführt. Damals brachte er aber auch eine Emendierung z. B. von ESPOSTOA BR. & R. heraus, was nur die eine Deutung zuläßt, daß er - wie dies auch hier angenommen wird - beide Klassifikationen als gleichberechtigt ansah, genau wie dies Berger tat....“. Es besteht hier jedoch gegenüber BERGER ein grundsätzlicher Unterschied, denn es ist klar ersichtlich, daß WERD, die Sammelgattungen CEREUS und ECHINOCACTUS in genannter Schrift beibehält und die BR. & R.‘schen Gattungsnamen wie ESPOSTOA und COPIAPOA nur als ein Einteilungsprinzip innerhalb der von ihm verstandenen Gattungsnamen CEREUS und ECHINOCACTUS verwendet. Die “Emendierung WERDERMANN“ von ESPOSTOA BR. & R. (S. 71) betrifft nicht ESPOSTOA BR. & R. als Gattung, sondern als eine nicht näher bezeichnete Unterstufe der Gattung CEREUS im Sinne von WERD., denn anschließend beschreibt er die Typusart LANATUS als “CEREUS LANATUS (H.B.K.) DE CAND.“, nicht aber als “ESPOSTOA LANATA (H.B.K.) BR. & R.“ Ebenso beschreibt er (S. 90) unter der Rubrik COPIAPOA den “ECHINOCACTUS TALTALENSIS WERD.“, woraus hervorgeht, daß er COPIAPOA nur im Sinn einer Gattungs-Unterstufe verwendet, gegensätzlich zu BERGER (siehe unter PYRRHOCACTUS, Argentinien) .

Die Beschreibung durch WERDERMANN (in BACKEBERG ,,Neue Kakteen“) ist so dürftig, daß sie auch auf verschiedene andere COPIAPOA zutreffen kann und daher der Name als nomen dubium fallen gelassen werden müßte, wenn nicht ein genauer Typusort angegeben wäre. Es fehlen z. B. Angaben über Körperfarbe, Rübigkeit der Wurzeln, Zahl der Stacheln, über Frucht, Samen und vieles Andere. Ich gebe hier eine eigene Beschreibung nach Pflanzen von WERDERMANN‘s Typusort: 

Körper meist einfach, grasgrün oder wenig graugrün, kuglig oder wenig verlängert, 5 - 10 cm Durchmesser; Scheitel grau- oder nur wenig bräunlichfilzig, etwas vertieft; sehr lange harte Wurzelrübe mit verengtem Hals. Rippen 12 - 17, ziemlich tief gekerbt, 6 - 8 mm hoch, Trennfurchen geschlängelt, Höcker gerundet, bei Sämlingen Rippen ganz in Höcker aufgelöst. Areolen weißfilzig, vergrauend, rund, auf den Höckern, nicht in die Kerben hin reichend, 3 - 5 mm Durchmesser, etwa 7 - 10 mm freier Abstand. Stacheln braun, vergrauend, stark nadelförmig; Randstacheln 8 - 10, seitlich gerichtet, etwas gekrümmt bis gerade, ca 15 - 40 mm lang, die obersten am längsten; Mittelstacheln 1 - 3, gerade oder wenig gekrümmt, etwas dicker, 2 - 5 cm lang. 

Blüte (1 Blüte) aus dem Scheitel, duftend, 3 cm weit, 4 cm lang (WERDERMANN 2,5 cm lang); Ovarium nackt und kahl. Nektarkammer 2 mm hoch, 1 mm weit um den Griffel . Rö. darüber 12 mm lang, oben 15 mm weit, trichterig, mit großen braunroten Schuppen. Filamente 7 - 15 mm lang, Längen gemischt, Beutel schwefelgelb; alle anderen inneren Blütenteile blaß schwefelgelb. Narbe 9-teilig, 5 mm lang, kaum die höchsten Beutel überragend. Petalen ca 20 mm lang, 7 mm breit, oben stumpf oder etwas zugespitzt, die äußersten mit rotbraunem Mittelstreif. [Seite 1066]

Frucht grünrötlich, ca 15 mm lang und 10 mm dick, schuppenlos oder mit einigen kleinen roten Schuppen am Napfrand oder noch etwas darunter. Samen ca 1,6 mm lang, 1,0 mm breit, 0,6 mm dick, dorsal stärker gekielt, ventral ohne Kerbe; Testa schwarz, glänzend, fast glatt; Hilum oval, weiß, halb ventralwärts, Mikropyle sehr klein, getrennt. Typusort (nach WERDERMANN, von mir bestätigt) CACHINA-Tal bei PLACILLA ESMERALDA, Breite 25° 50‘ ; wächst auf felsigem Gelände, selten.

Man findet viel mehr töte als lebende Exemplare, und die Wurzelrüben der lebenden sind durch Käferlarven oft stark zerstört. P.C.HUTCHISON, der den Fundört 1952 aufsuchte, sandte Larven zur Bestimmung nach USA, aber man könnte nur feststellen, daß die Larven zur Käferfamilie der Buprestidae, Prachtkäfer, gehören; Gattung und Art vermochte man nicht zu bestimmen, da unsere Kenntnis der Larven ungenügend ist. (Cact.Succ. Journ. America 1953, S. 37.) Nr. FR 526. Die Abb. in BACKEBERG, Band 6, S. 3830 unten, beschriftet "COPIAPOA TALTALENSIS WERDERMANN“, gehört nicht hierher, sondern ist COPIAPOA HUMILIS (siehe nächste Art). Abb. 990.

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