In
BACKEBERGs Handbuch wird in Bd. 3, S. 1912 diese Art als “COPIAPOA
TALTALENSIS (WERD.) LOOS.“ angegeben, in Bd . 6, S. 3829 als “COPIAPOA
TALTALENSIS WERD.“ Dazu schreibt BACKEBERG auf S. 3831: “Meines
Erachtens muß ein Beschluß darüber gefaßt werden, wie die
WERDERMANN‘sche Doppel-fassung in BACKEBERG 'Neue Kakteen' zu verstehen
ist. . . .WERDERMANN selbst sagte, er sei hierin BERGER‘s Vorbild
gefolgt....In 'Neue Kakteen', 1931, wird der Name von WERDERMANN, unter
der Rubrik “COPIAPOA BR. & R.“ aufgeführt. Damals brachte er
aber auch eine Emendierung z. B. von ESPOSTOA BR. & R. heraus, was
nur die eine Deutung zuläßt, daß er - wie dies auch hier angenommen
wird - beide Klassifikationen als gleichberechtigt ansah, genau wie
dies Berger tat....“. Es besteht hier jedoch gegenüber BERGER ein
grundsätzlicher Unterschied, denn es ist klar ersichtlich, daß WERD,
die Sammelgattungen CEREUS und ECHINOCACTUS in genannter Schrift beibehält
und die BR. & R.‘schen Gattungsnamen wie ESPOSTOA und COPIAPOA nur
als ein Einteilungsprinzip innerhalb der von ihm verstandenen
Gattungsnamen CEREUS und ECHINOCACTUS verwendet. Die “Emendierung
WERDERMANN“ von ESPOSTOA BR. & R. (S. 71) betrifft nicht ESPOSTOA
BR. & R. als Gattung, sondern als eine nicht näher bezeichnete
Unterstufe der Gattung CEREUS im Sinne von WERD., denn anschließend
beschreibt er die Typusart LANATUS als “CEREUS LANATUS (H.B.K.) DE
CAND.“, nicht aber als “ESPOSTOA LANATA (H.B.K.) BR. & R.“
Ebenso beschreibt er (S. 90) unter der Rubrik COPIAPOA den
“ECHINOCACTUS TALTALENSIS WERD.“, woraus hervorgeht, daß er
COPIAPOA nur im Sinn einer Gattungs-Unterstufe verwendet, gegensätzlich
zu BERGER (siehe unter PYRRHOCACTUS, Argentinien) .
Die
Beschreibung durch WERDERMANN (in BACKEBERG ,,Neue Kakteen“) ist so dürftig,
daß sie auch auf verschiedene andere COPIAPOA zutreffen kann und daher
der Name als nomen dubium fallen gelassen werden müßte, wenn nicht ein
genauer Typusort angegeben wäre. Es fehlen z. B. Angaben über Körperfarbe,
Rübigkeit der Wurzeln, Zahl der Stacheln, über Frucht, Samen und vieles Andere.
Ich gebe hier eine eigene Beschreibung nach Pflanzen von WERDERMANN‘s
Typusort:
Körper meist einfach, grasgrün oder wenig
graugrün, kuglig oder wenig verlängert, 5 - 10 cm Durchmesser; Scheitel grau-
oder nur wenig bräunlichfilzig, etwas vertieft; sehr lange harte
Wurzelrübe mit verengtem Hals. Rippen 12 - 17, ziemlich tief gekerbt, 6 - 8 mm hoch, Trennfurchen geschlängelt, Höcker gerundet, bei Sämlingen Rippen
ganz in Höcker aufgelöst. Areolen weißfilzig, vergrauend, rund, auf den Höckern,
nicht in die Kerben hin reichend, 3 - 5 mm Durchmesser, etwa 7 - 10 mm freier
Abstand. Stacheln braun, vergrauend, stark nadelförmig; Randstacheln 8 - 10, seitlich
gerichtet, etwas gekrümmt bis gerade, ca 15 - 40 mm lang, die obersten am
längsten; Mittelstacheln 1 - 3, gerade oder wenig gekrümmt, etwas dicker, 2 - 5 cm
lang.
Blüte (1 Blüte) aus dem Scheitel, duftend, 3 cm weit, 4 cm lang
(WERDERMANN
2,5 cm lang); Ovarium nackt und kahl. Nektarkammer 2 mm hoch, 1 mm weit um den Griffel
. Rö. darüber 12 mm lang, oben 15 mm weit, trichterig, mit großen
braunroten Schuppen. Filamente 7 - 15 mm lang, Längen gemischt, Beutel
schwefelgelb; alle anderen inneren Blütenteile blaß schwefelgelb.
Narbe 9-teilig, 5 mm lang, kaum die höchsten Beutel überragend. Petalen
ca 20 mm lang, 7 mm breit, oben stumpf oder etwas zugespitzt, die äußersten
mit rotbraunem Mittelstreif. [Seite 1066]
Frucht grünrötlich, ca 15 mm lang und 10 mm
dick, schuppenlos oder mit einigen kleinen roten Schuppen am Napfrand
oder noch etwas darunter. Samen ca 1,6 mm lang, 1,0 mm breit, 0,6 mm dick,
dorsal stärker gekielt, ventral ohne Kerbe; Testa schwarz, glänzend,
fast glatt; Hilum oval, weiß, halb ventralwärts, Mikropyle sehr klein,
getrennt. Typusort (nach WERDERMANN, von mir bestätigt) CACHINA-Tal bei
PLACILLA ESMERALDA, Breite 25° 50‘ ; wächst auf felsigem Gelände,
selten.
Man
findet viel mehr töte als lebende Exemplare, und die Wurzelrüben der
lebenden sind durch Käferlarven oft stark zerstört. P.C.HUTCHISON, der
den Fundört 1952 aufsuchte, sandte Larven zur Bestimmung nach USA, aber
man könnte nur feststellen, daß die Larven zur Käferfamilie der
Buprestidae, Prachtkäfer, gehören; Gattung und Art vermochte man nicht
zu bestimmen, da unsere Kenntnis der Larven ungenügend ist. (Cact.Succ.
Journ. America 1953, S. 37.) Nr. FR 526. Die Abb. in BACKEBERG, Band 6,
S. 3830 unten, beschriftet "COPIAPOA TALTALENSIS WERDERMANN“, gehört
nicht hierher, sondern ist COPIAPOA HUMILIS (siehe nächste Art). Abb.
990.