Plerumque solitaria, viridis, 4 - 7 cm crassa, radice magna rapacea atra
collo coartato, vertice albovel griseotomentoso; costae 11 - 15, obtusae,
5 - 10 mm altae, paulum supra areolas crenatae, sulci separantes recti;
areolae albae, nigrescentes, 3 - 6 mm diam., in incisiones inferiores
descendentes, 3 - 7 mm inter se remotae; spinae atrae, interdum brunneae,
crasse aciculares, rectae; marginales 6-10, 8-30 mm longae; centrales 1 - 7,
paulum robustiores, 15 - 30 mm longae; flores 35 - 38 mm longi; tubus
floralis 12 mm longus; camara nectarifera 2,5 mm longa; stigmata 12,
flava; petala ca 20 mm longa, 5 - 6 mm lata, sublinearia, obtusa vel
paulum mucronata, clare flava, exteriora laciniis carmineis; fructus
viridulus, ca 10 squamis longis rubris superne praeditus; semina ca 1,4
mm longa, 1,0 mm lata, 0,6 mm crassa, micropyle separata vel subseparata,
minima; habitat Chaniaral, Chile.
Körper
meist einzeln, etwas hart, grasgrün, halbflach, aber in Schattenlage säulig,
4 - 7 cm dick, mit 10 - 20 cm langer dicker harter Wurzelrübe mit verengtem
Hals; Köpfe sehr leicht abbrechend; Scheitel weiß- bis graufilzig,
etwas vertieft. Rippen meist 12 - 13, seltener 11 oder bis 15, stumpf, 5 - 10
mm hoch, über den Areolen gering gehöckert, unter ihnen etwas gekerbt;
bei Sämlingen sind die Rippen in Höcker aufgelöst; Trennfurchen bei jüngeren
Pflanzen geschlängelt, bei alten gerade. Areolen weißfilzig, vergrauend
und schwarz werdend, rund bis oval, 3 - 6 mm Durchmesser, ganz oder nahezu in die
Kerben darunter (nicht darüber) hinabreichend, 3 - 7 mm freier Abstand. Stacheln
schwarz, zuweilen braun, vergrauend, alle stark nadelförmig, gerade;
Randstacheln 6 - 10, halb ausseits gerichtet, 8 - 30 mm lang, die untersten oder die
obersten können die stärksten sein; Mittelstacheln 1 - 7, divergierend, etwas stärker,
15 bis über 30 mm lang.
Blüte
35 - 38 mm lang, mit starkem COPIAPOA- Blüte-Duft. Ovarium weißlich,
kuglig,
ca 6 mm Durchmesser, am oberen Ende beschuppt, über ihm eine stärkere Einschnürung
außen. Nektarkammer 2,5 mm lang und weit, hellgelb, tubisch, mit etwas
Wandvorsprung am Ausgang, geschlossen durch die gegen den Griffel gelehnten
basalen Stbbl. . Rö. darüber ca 10 mm lang. Filamente10-15 mm lang, sehr
blaß gelb, Beutel hellgelb, Insertionen unten dicht, nach oben spärlich
bis zum Saum. Griffel ca 22 mm lang, hellgelb, mit 12 cremegelben, 3 mm
langen Narbenästen. Petalen 20 mm lang, 5 - 6 mm breit, fast linealisch,
oben gerundet oder gering zugespitzt, hellgelb, die äußersten mit
roten Zipfeln.
Frucht
. grünlich, mit ca 10 roten Schuppen am oberen Rand, die längsten von
Fruchtlänge.
Samen
ca 1,4 mm lang, 1,0 mm breit, 0,6 mm dick, dorsal stark gewölbt und
gering gekielt, ventral nicht gekerbt; Testa schwarz, glänzend, sehr
fein flach gehöckert; Hilum schräg ventralseits, oval, weiß,
Mikropyle klein, getrennt oder fast eingeschlossen.
Typusort
nahe der Stadt CHAÑARAL gegen Süden an der Grenze der Kakteen-Verbreitung
gegen die Wüste. Ebendort findet sich auch COPIAPOA CINERASCENS VAR.
INTERMEDIA, deren Verbreitung aber viel weiter entlang der Küste reicht. [Seite 1064] Auffallenderweise
fand ich aber die COPIAPOA CHANIARALENSIS in ihrem Gebiet immer an Plätzen,
wo COPIAPOA CINERASCENS fehlte, bald fand ich entweder nur die eine oder
nur die andere, ohne daß eine Ursache ersichtlich war. Von mir entdeckt
1956. Nr. FR 527. Abb. 979 und 980.
Ein
wenig Samen dieser Art war von der Firma H. WINTER in ihren Katalogen
1957 und 1958 angeboten worden unter dieser Nr. und mit diesem Namen. Später
nahm ich irrtümlich an, daß die von mir als COPIAPOA CHANIARALENSIS
bezeichneten Pflanzen zum Formenkreis der COPIAPOA TALTALENSIS (WERD.)
LOOSER gehörten; und entsprechend hatte ich im Jahr 1962 gleiche Samen
als COPIAPOA TALTALENSIS und Nr. FR 526 an die Firma WINTER gesandt.
Aber dieser letztere Same stammte vom gleichen Fundort und denselben
Pflanzen der COPIAPOA CHANIARALENSIS FR 527. Daß ich damals beide Arten
als zusammengehörig ansah, beruhte darauf, daß ich nicht von beiden
Arten Exemplare zum Vergleich miteinander hatte, sondern nur die
unzureichende Literaturangabe über COPIAPOA TALTALENSIS. Ich sammelte
erst 1965 COPIAPOA TALTALENSIS an deren Typusort für mein damaliges
Sortiment lebender Kakteen.
BACKEBERG
bringt in seinem Band 6, S. 3821 unten ein Foto, beschriftet als “COPIAPOA
CHANIARALENSIS RITTER“ und im Kakt. Lex. die Abb. 67 mit der gleichen
Beschriftung. Hier muß ein Namensirrtum (Samen-oder Etiketten-
Verwechslung) vorliegen, denn diese Pflanzen sind nicht diese Art,
sondern COPIAPOA SERPENTISULCATA RITTER. Die Zahl der Rippen,die bei COPIAPOA
CHANIARALENSIS erst bei alten Pflanzen zuweilen bis auf 15 hinaufgehen
kann, beträgt bei dem Sämling in Bd. 6 bereits ca 21 und auf dem Bild
eines wenig älteren Stadiums im Kakt. Lex. noch mehr. Die Beschreibung
von COPIAPOA CHANIARALENSIS hat BACKEBERG nur den falschen Bildern
entnommen, sie sind also ebenso falsch.